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Der Wasserschlauch

Der Wasserschlauch (Utricularia vulgaris)

Eine unbekannte Schönheit

Der Wasserschlauch (Utricularia vulgaris)
© H. Zell by Wikimedia Commons

Steckbrief

Verbreitung

Der Gewöhnliche Wasserschlauch kommt an stehenden und sehr langsam fließenden Gewässern vor. Am häufigsten ist er an den offenen Stellen (Plänken) innerhalb des Schilfgürtels des Neusiedler Sees zu finden, aber auch am Zicksee. Gelegentlich wächst er auch in nicht austrocknenden Gräben. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Europa, Nordafrika und Teile Asiens.

Lebensweise

Interessanterweise besitzt der Gewöhnliche Wasserschlauch keine Wurzeln. Um nicht vom Wind verweht zu werden, wächst er innerhalb des Schilfgürtels an offenen windgeschützten Stellen. Der Wasserschlauch betreibt Fotosynthese. Phosphat, Stickstoff und Salze nimmt er durch Verdauung tierische Nahrung auf. Kleinsttiere, wie Wasserflöhe oder Hüpferlinge, werden in Fangblasen gefangen und verdaut. Seine Blüten sind von Insekten bestäubt und werden ober der Wasseroberfläche präsentiert. Dazu werden die Fangblasen mit Luft gefüllt und die Pflanze steigt somit als Ganzes unter die Wasseroberfläche. So können die Blüten in Position gehalten werden. Die Blütezeit ist Juni bis August. Trotz der auffälligen Blüte, kommt es selten zur Bestäubung und es entstehen nur selten Samen. Die Vermehrung erfolgt in erster Linie durch Sprossknospen. Diese Sprossknospen werden von den Pflanzen im Herbst gebildet. Sie sinken zu Boden und überdauern die kalte Jahreszeit im Schlamm. 

Aussehen

Die frei schwimmenden Sprossen des Wasserschlauchs werden bis über einen Meter lang. An ihnen sitzen fein zerteilte Blätter mit haarfeinen Blattzipfeln. Die Blattzipfel tragen bis zu 200 Fangblasen pro Blatt. Die Blütenstände ragen aus dem Wasser und tragen auffällige goldgelbe Blüten. Dabei sind die Blüten gespornt und ihre Lippenkrone ist umgeschlagen.

Gefährdung

Der Wasserschlauch gilt als gefährdet. Wichtig für den Erhalt ist das Öffnen der geschlossenen Schilfbestände, um windgeschützte Bereiche innerhalb des Schilfgürtels (Plänken) zu schaffen. Dabei hilft vor allem der Schilfschnitt.

Besonderheiten

Kaum zu glauben, doch der Wasserschlauch ist eine fleischfressende Pflanze. Die Fangblasen sind mit Antennen und Fühlhaaren besetzt und besitzen eine Klappe. Berührt ein Tierchen die Antennen bzw. Fühlhaare, wird die Klappe blitzschnell im Bruchteil einer Sekunde geöffnet. Da im Bläschen kein Wasser vorhanden ist, entsteht ein Unterdruck der Wasser aus der Umgebung einsaugt Wasser. Der Wasserstrom saugt das Tierchen mit und die Blase schließt sich wieder. Augenblicklich beginnt mit Hilfe von Verdauungsenzymen die Verdauung der Tierchen. Die durch die Verdauung frei gewordenen Nährstoffe und das Wasser werden von der Wand der Fangbläschen in die Pflanze aufgenommen. Durch diese Aufnahme von Wasser, entsteht erneut ein Unterdruck und das Bläschen wird wieder für den nächsten Fang vorbereitet.

 

Der Wasserschlauch (Utricularia vulgaris)
© K. Ziarnek by Wikimedia Commons
Das St. Martins Rangerteam

Safari Status

Der Wasserschlauch kann von Juni bis August bei den Kanu-Safaris am Zicksee bewundert werden.

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