Werden Sie Entdecker in archaischer Natur

Die Kultur- und Naturlandschaft Neusiedler See - Seewinkel bildet die Übergangszone zwischen der Kleinen Ungarischen Tiefebene und dem Alpenostrand und verbindet so ganz gegensätzliche Landschaften und damit auch unterschiedliche Lebensräume. In dieser einzigartigen Mischung findet sich eine Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten.

Vor seiner Besiedlung war der Seewinkel zum Teil bewaldet. Durch Rodung wurde kostbares Weideland gewonnen, das jahrhundertelang den umliegenden Dörfern als riesige Hutweide diente. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts trieben Hirten mit ihren Hunden von März bis
September zahlreiche Nutztiere wie Rinder, Schweine, Ziegen und Gänse aus den Ortschaften auf die großen, gemeinschaftlichen Weiden, um sie dort zu „hüten“ – daher auch das Wort „Hutweide“. Heute wird diese Kulturlandschaft vor allem durch den Weinbau geprägt.

Im Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel werden verschiedene Haustierrassen eingesetzt, um ursprüngliche Lebensräume zu bewahren und zu pflegen. In der Bewahrungszone Apetlon – Lange Lacke, südwestlich der St. Martins Therme & Lodge beweidet eine Fleckvieh-Herde die Hutweide-Flächen.

Im Seewinkel gibt es rund 40 Lacken. Sie haben keinen natürlichen Abfluss und sind daher stark salzhaltig. Die Anzahl der Lacken hat sich in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts etwa halbiert. Die so genannte Lange Lacke ist die größte von allen.

Die erste Lodge Mitteleuropas liegt in nächster Nähe zum Zicksee, welcher mit einem Kurhaus in Sankt Andrä auch für Heilzwecke genützt wird. Die Lacken werden von zahlreichen Vogelarten genutzt. Darunter sind Reiher, Löffler, verschiedene seltene Watvogelarten, zahlreiche Entenarten sowie Gänse. In den flachen Seewinkel-Lacken kommen sogar perfekt angepasste Salzkrebse vor.

 

Graurind