Die Graugans - Anser anser

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Ein sozialer Entenvogel

Wenn man an die Vogelwelt des Seewinkels denkt, dann kommen uns die Graugänse meist als erstes in den Sinn! Kaum ein Vogel wird mit dieser Region so stark verbunden – zumal Graugänse auch das ganze Jahr über zu beobachten sind. Aber nicht nur das, der Seewinkel war lange Zeit auch ein wichtiges Zuchtgebiet für Gänse. Die weißen Hausgänse stammen von der Graugans ab und lieferten neben Fleisch auch Daunen für die Produktion von Polstern und Decken. Das Federnschleißen, also das Ablösen der Daunen vom Federkiel, war lange Zeit eine winterliche Beschäftigung in vielen Haushalten.

Aussehen

Im Neusiedler See Gebiet kommt die Graugans in zwei Unterarten vor. Die der heimischen Brutpopulation zugeordnete, rosaschnäbelige Anser a. rubrirostris und die vor allem am Durchzug vorkommende, orangeschnäblige Anser a. anser. Die Graugans erreicht eine Größe bis zu 90 cm, eine Flügelspannweite bis 180 cm und ein Gewicht von 2 bis 4 kg. Ihr Gefieder ist kontrastarm braungrau gefärbt. Der Hals wirkt relativ dick und durch die streifige Anordnung der Federn leicht längsgestreift. Halsbereich und Bauch sind dabei in einem helleren Grauton gekleidet als das restliche Gefieder. Am Bauch finden sich mehr oder weniger stark ausgeprägte schwarze Flecken. Die Vorderflügel sind oberseits hellgrau leuchtend und zum dunklen Hinterrand und Mantel kontrastiert. Die Graugans hat als einzige europäische Gans zweifarbige Unterflügel mit hellen kleinen Unterflügeldecken und Achselfedern. Bei der Graugans kommt kein Geschlechtsdimorphismus vor.

Lebensweise und Nahrung

Graugänse sind sowohl tag- als auch nachtaktiv. Meistens verbringen sie die Nacht auf einem Schlafgewässer, welches ihnen Schutz vor Fressfeinden wie dem Fuchs bietet. Als reiner Pflanzenfresser findet die Nahrungssuche meist untertags weidend auf Wiesen und Äckern statt, wenn sie häufig gestört werden, verlagern sie diese jedoch in die Nacht. Gräser, Kräuter sowie Wurzeln und Sämereien stellen dabei den Hauptanteil der Nahrung dar. Graugänse haben ein auch für andere Wasservögel typisches reiches Repertoire an Komfortverhalten.

Verbreitung

Die Verbreitung der Graugans erstreckt sich lückig von Niederungsgebieten gemäßigter und nördlicher Breiten Europas bis Zentral- und Ostasien. Sie ist ein Brutvogel verschiedenartigster Feuchtgebiete, von Inseln oder Schilfgürteln großer Seen über Küstenlagunen bis zu Parkteichen. Das Neusiedler See Gebiet beherbergt das größte Brutvorkommen, Rast- und Überwinterungsgebiet der Graugans in Österreich. Der Brutbestand des Neusiedler Sees (Österreich und Ungarn zusammen) wird aktuell auf ca. 2.000- 2.300 Brutpaare geschätzt. Zur Brutpopulation hinzuzurechnen ist auch der derzeit auf österreichischer Seite große Bestand von 7.000-8.000 Individuen an nicht brütenden Graugänsen. Auch am Durchzug und im Hochwinter zählt das Neusiedler See Gebiet zu den wichtigsten für die zentraleuropäische Population.

Fortpflanzung

Graugänse leben in monogamer Dauerehe. Die Paarbildung findet meist im 2. Lebensjahr statt, die Geschlechtsreife jedoch erst im 3./4. Lebensjahr. Das Triumphgeschrei des Ganters spielt bei der Paarbildung eine zentrale Rolle. Graugänse suchen bei der Nistplatzwahl schwer zugängliche Stellen in Gewässernähe, erhöht auf Röhricht, Stockausschlägen oder Kopfweiden. In milden Wintern beginnt die Brutzeit bereits Ende Februar. Die Gans legt dabei zwischen 4 und 6 Eier. Die Brutdauer beträgt ca. 28 Tage. Die als Gössel bezeichneten Jungtiere werden gemeinsam von den Eltern aufgezogen und verweilen bis zur erneuerten Brut im kommenden Jahr im Familienverband.

Nutzung

Die Graugans ist die Stammform der europäischen Hausgans. Schon die Römer und Germanen domestizierten die Graugans wegen ihres Fleisches und ihrer Federn. Heute hat die Haltung von Hausgänsen für Mastzwecke die größte Bedeutung. Bei der Intensivmast erreichen die Tiere ihr Schlachtgewicht von 5,5 bis 6,5 kg nach etwa vier Monaten. Bei der Weidemast haben die Tiere erst nach fünf bis acht Monaten ihr Endgewicht erreicht.

Die Graugans findet auch in der Jagd eine Nutzung. Sie darf im Burgenland vom 8. August bis zum 31. Jänner bejagt werden.

Legende

Der Martinstag „Martini“ am 11. November ist im Kirchenjahr das Fest des heiligen Martin von Tours. Die Legende besagt, dass trotz Vorbehalt des Klerus das Volk von Tours darauf drängte, Martin gegen seinen Willen zum Bischof zu weihen. Um diesem hohen Amt zu entgehen verstecke er sich in einem Gänsestall. Die Gänse hätten dabei so aufgeregt geschnattert, dass Martin gefunden und zum Bischof geweiht werden konnte. Als "Rache" dafür wird gesagt, werden Gänse heute zu Martini gegessen.

Der heiligen Martin von Tours ist auch Landespatron des Burgenlands und Namensgeber für die St. Martins Therme & Lodge, die am 11. November 2019 ihr 10 jähriges Jubiläum feiert.

Ein historischer Erklärungsversuch für dieses Brauchtum geht davon aus, dass in Zeiten des Lehnswesens eine am Martinstag fällige Lehnspflicht, eine Abgabe namens Martinsschoß, der Ursprung war. Da diese häufig aus einer Gans bestand, bildete sich die Bezeichnung Martinsgans heraus, und weil der Martinstag traditionell mit einer Kirmes oder einem Tanzmusikabend gefeiert wurde, bot es sich an, die Gans zum Festessen zu machen und an diesem Abend festlich zu verspeisen.

Safari Infos

Gerade im Herbst ist das Beobachten von Graugänsen besonders spannend. Große Schwärme bevölkern die Ackerflächen und Lacken. Bei der Safari „Ein Jahr im Leben einer Graugans“ erhalten Sie nicht nur spannende Details zum Leben der Graugans und anderen Gänsearten, die im Winter im Gebiet sind, sondern können auch dem faszinierenden Schauspiel des Ganststrichs beiwohnen.

Safari Gewinnspiel

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