St. Martins Brandgänse

„Lotte", „Lore", „Xarifa“ und „Calypso“
Brandgänse mit GPS Trackern
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BRANDGÄNSE MIT GPS TRACKERN

In einem Forschungsprojekt wollen wir die bisher unbekannten Mauser-, Rast- und Überwinterungsgebiete der Brandgänse des Seewinkels herausfinden.

Alles begann mit „Xarifa & Calypso“ – Die zwei verlassenen Brandgansküken wurden im Mai 2018 in der Tiefgarage der St. Martins Therme und Lodge gefunden. Die Familie der Kleinen war aber nicht mehr auffindbar und so wurden sie von den Rangern an der St. Martins Therme & Lodge großgezogen. Kurz vor ihrer Freilassung im Nationalpark wurden sie mit GPS-Sendern versehen, die uns Auskunft über ihre Aufenthaltsorte und erste Erkenntnisse über ihre Wanderrouten geben. Lesen Sie hier das Tagebuch von Xarifa und Calypso aus dem Jahr 2018

Auch im Sommer 2019 wurden wieder zwei Sender an jungen Brandgänsen, diesmal im ungarischen Teil des Nationalparks, unweit der österreichischen Grenze angebracht. Wohin es „Lotte & Lore“ führt lesen Sie im Tagebuch unten.



03. Apr 2020

Lore gefällt das Po Delta

Während sich im Seewinkel die adulten Brandgänse bereits auf Nistplatzsuche machen, weilt Lore noch immer im Po Delta. Sie hat schon vor Wochen eine tägliche Routine entwickelt, die sie weiterhin beibehält. Zur Nahrungssuche fliegt sie auf die Entwässerungskanäle der landwirtschaftlichen Flächen und zur Rast auf eine Küstenlagune. Wir sind gespannt, wann sich Lore wo hin begibt: Wird sie erst zur Mauser an die Nordsee fliegen oder vielleicht doch noch im Frühling in den Seewinkel zurückkehren?

10. Feb 2020

Lore denkt noch nicht ans Heimfliegen

Die letzten zweieinhalb Monate hat Lore an der Nordadria in Italien verbracht. Sie hält sich vor allem bei Jesolo und im Po Delta auf, hat aber weite Teile der Nordwestküste besucht. Jetzt, wo im Seewinkel die Zahlen der Brandgänse wieder steigen – mehr als 100 Vögel sind bereits zurückgekehrt oder rasten derzeit im Gebiet – könnte sich auch Lore bald wieder auf den Weg nach Norden machen.

Ihre Flugroute spricht aber eine andere Sprache: Sie hat erst am 10.2. einen weiteren Ausflug in den Süden unternommen und nutzt jetzt erstmals auch Kanäle und Teiche etwas abseits der Küste, nördlich von Comacchio, zur Nahrungssuche.

06. Jan 2020

Lottes Sender wird endlich geborgen

Seid Lottes Ableben haben wir drei Versuche unternommen, ihren Kadaver und den GPS-Sender zu finden. Auf dem Acker bei Bratislava haben wir nur Federn, nicht aber den Vogel gefunden. Trotzdem sendete der Sender weiterhin fleißig, das Solarpanel erhielt aber kein Licht – der Sender war also unter der Erde. Heute haben wir es noch einmal versucht. Die große Brache neben dem Acker, von der die Positionsdaten kommen, wurde mittlerweile umgeackert – der Sender blieb aber immer noch unter der Erdoberfläche. Doch: Die Überreste der jungen Brandgans, ihr Skelett und die (wohl vom Fuchs) abgebissenen Flügel lagen plötzlich sichtbar darauf! Nach Sonnenuntergang konnten wir dann tatsächlich auch noch den Sender bei Grabungen finden! Vermutlich war Lotte in einem Fuchsbau und wurde beim Umackern wieder nach oben befördert.

10. Dez 2019

Lores Ausflug nach Ravenna

In der Nacht auf den 10.12. stößt Lore noch weiter nach Süden, bis Ravenna vor. Dort kehrt sie aber sofort wieder um und fliegt einige Kilometer zurück nordwärts um bei Porto Levante ihre Zelte aufzuschlagen. Hier bleibt sie bis auf weiteres (Stand 26.12.).

03. Dez 2019

Auch Lotte verlässt den Seewinkel

Wenige Tage nach Lore verlässt auch Lotte die Region. Das Wasser der Mexikópuszta ist gefroren und die meisten Wasservögel müssen ausweichen. Am Morgen des 3.12. fliegt sie nach Osten und landet etwa zwei Stunden später auf einer Schotterbank in der Donau, 75 km weiter östlich. Dort rastet sie bis zur Dunkelheit und fliegt dann weiter. Sie ändert ihren Kurs nach Norden und später nach Osten, um im Morgengrauen an einer Schottergrube östlich von Bratislava niederzugehen. Ab dem Morgen des 4.12. sendet sie aus einem Acker, einige hundert Meter außerhalb der Schottergrube. Wir können dort nur noch Federn von Lotte finden, der Sender ist vom toten Vogel getrennt – ein illegaler Abschuss könnte die Todesursache sein.

01. Dez 2019

Lore sucht einen Überwinterungsplatz

Lore rastet die verbliebenen Nachtstunden und fliegt dann, der Küste folgend, weiter nach Westen. Von 1.-8. Dezember bleibt sie in der Lagune von Venedig, wo mehrere tausend Brandgänse überwintern.

30. Nov 2019

Lore flüchtet vor dem Frost an die Adria!

Lore verlässt um 16:35 Uhr die Warmblüterkoppel bei Illmitz und zieht nach Südwesten ab. Die erste Frostnacht kündigt sich an. Sie folgt dem Alpenostrand und fliegt über die Steiermark nach Kärnten. Bis etwa Villach folgt sie der Drau nach Westen und biegt dann nach Südwesten ab. Lore quert die Julischen Alpen, fliegt vorbei am Triglav (auf 2400 m Seehöhe!) landet wenig später, gegen 00:30 Uhr auf einer Sandbank in der Adria nahe Grado. Der Jungvogel hat seine erste lange Flugstrecke hinter sich: 400 Kilometer non-stop, in etwas mehr als 7 Stunden.

18. Nov 2019

Herbst in der Mexikópuszta

Die letzten eineinhalb Monate verbringen Lotte und Lore in der Mexikópuszta, ohne Ausflüge. Dabei nutzen sie das ganze Gewässer, allerdings mit anderen Schwerpunkten als noch im September. Während Lotte auch weiterhin vor Ort bleibt (meist deckungsgleich mit Lore, sie bewegen sich fast immer zusammen), steigt Lores Aktivität: Am Nachmittag des 14.11. überquert sie den Einser Kanal nach Süden, wo es nach Regenfällen endlich wieder seichte Wasserflächen gibt. Sie übernachtet auch dort. Am 15.11. fliegt sie im selben Lackenkomplex zuerst noch ein Stück weiter nach Südwesten und gegen 14 Uhr wieder auf die große Wasserfläche der Mexikópuszta. Diese Flüge (beidseitig des Einser Kanals) wiederholt sie bis 16.11. noch zwei Mal, ehe sie an diesem Vormittag einen weiten Flug auf die Warmblüterkoppel in den österreichischen Seewinkel macht. Am Abend wechselt sie noch auf die Zicklacke bei Illmitz und übernachtet dort. Im Morgengrauen des 17.11. geht es auf die offene Seefläche des Neusiedler Sees vor Illmitz, von dort nach einigen Stunden wieder auf die Warmblüterkoppel und am Nachmittag wieder auf die Zicklacke, wo sie erneut übernachtet.

02. Okt 2019

Lotte und Lore beenden den Aufenthalt in Österreich

Beide fliegen im Lauf des Vormittags zurück vom Unteren Stinkersee in die Mexikópuszta/Ungarn. Dabei decken sich die Ortungen zu praktisch 100%. Sie fliegen vor 6:45 Uhr auf die Warmblüterkoppel. Dann fliegen sie weiter nach Süden, auf die große Blänke im Schilfgürtel westlich des Sandecks, wo sie mindestens eine halbe Stunde, von 7:15-7:45 Uhr verbleiben. Um 8:15 Uhr sind sie zurück in der Mexikópuszta, auch von dort kommt die erste Ortung noch vom exakt selben Ort. Ab dann gehen sie auf der Wasserfläche aber zumindest teilweise wieder eigene Wege.

25. Sep 2019

Lotte bleibt in Österreich, Lore fliegt zum Schlafen heim

Lotte fliegt regelmäßig zwischen den österreichischen Nationalparkgebieten Warmblüterkoppel, Mittlerer und Unterer Stinkersee hin und her.

Lore beginnt ab dem 17.9. mit kleineren Ausflügen weg von der Mexikópuszta. In der Früh des 21.9. erfolgt der erste lange Flug nach Nordwesten, ins österreichische Seevorgelände. Am selben Tag besucht sie auch noch erstmals den Unteren Stinkersee, sowie die Warmblüterkoppel, sowie kurz das Seevorgelände am anderen Seeufer (bei Fertörakos). Sie übernachtet schlussendlich auch erstmals abseits der Mexikópuszta an der Warmblüterkoppel. Am Morgen des 22.9. kehrt sie wieder zurück nach Ungarn und verbleibt dort bis zum Abend des 24.9., an dem sie wieder an die Warmblüterkoppel zum Übernachten fliegt. Am nächsten Morgen (25.9.) geht es wieder zurück in die Mexikópuszta wo sie aber nicht übernachtet: Noch am gleichen Tag fliegt sie zum erst zweiten Mal an den Unteren Stinkersee, wo sie scheinbar auf Lotte trifft.

Zeitweise decken sich in diesem Zeitraum die Ortungen von Lotte und Lore, aber nicht immer. Die rund 25 Brandgänse die derzeit im Seewinkel unterwegs sind, formieren also manchmal gemeinsame Trupps und teilen sich wieder auf.

15. Sep 2019

Lottes erste Übernachtung abseits der Mexikópuszta

Lotte hat Gefallen an den Nationalparkflächen in Österreich gefunden. In der Früh fliegt sie gleich wieder an den Unteren Stinkersee. In den späten Morgenstunden fliegt sie von dort auf einen Fischteich nur wenig südwestlich, verbleibt dort etwa zwei Stunden und fliegt wieder zurück auf den Unterstinker. Erstmals verbringt sie die Nacht abseits der Mexikópuszta.

Anders als Lotte hat Lore die Mexikópuszta weiterhin noch nie verlassen. Sie ist sehr aktiv und nutzt dort das ganze Gewässer (wie Lotte, wenn sie dort ist).

14. Sep 2019

Der dritte Flug in den österreichischen Nationalpark

Lotte fliegt in der Morgendämmerung nach Nordwesten an den Unteren Stinkersee, kehrt aber zwischen nach 21 Uhr in der Finsternis wieder in die Mexikópuszta zurück.

13. Sep 2019

Wieder ein Tagesausflug nach Österreich

Lotte fliegt am späten Vormittag wieder einmal in den österreichischen Teil des Nationalparks. Sie bleibt bis Nachmittag im Neudegg bei Apetlon und kehrt dann in die Mexikópuszta zurück.

08. Sep 2019

Lotte fliegt erstmals nach Österreich (und wieder zurück)

Lotte unternimmt um die Mittagszeit einen ersten Ausflug nach Österreich: Sie verbleibt für etwa zwei Stunden auf der Warmblüterkoppel bei Illmitz und fliegt dann direkt zurück in die Mexikópuszta.

07. Sep 2019

Lotte & Lore in der Mexikópuszta, Ungarn

Sowohl „Lotte“ (besendert am 26.8.2019) als auch „Lore“ (besendert am 28.8.2019) halten sich weiter am Ostrand der Mexikópuszta-Lagune in einem Trupp aus 15 Brandgänsen auf.

St. Martins Therme & Lodge, Im Seewinkel 1, A-7132 Frauenkirchen,   +43 2172-20500
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