Der Feldsperling - Passer Montanus

Aktuelle Entdeckung
Der Feldsperling

Der Feldsperling

Begeben Sie sich mit den St. Martins Rangern auf eine kleine Entdeckertour. Heute stellen wir Ihnen die dritthäufigste Vogelart Österreichs, den Feldsperling vor, den Sie mit ein bisschen Glück auch in Ihrer näheren Umgebung, vielleicht sogar vor Ihrer Haustüre, beobachten können. Informieren Sie sich, testen Sie ihr Wissen und gewinnen Sie mit etwas Glück Aufenthalte in der St. Martins Therme & Lodge.

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Liebe Entdeckerin, lieber Entdecker,

Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Feldsperling.

Im Volksmund bin ich als Spatz bekannt. Allerdings gibt es noch eine andere Art, die auch diesen Namen trägt: Der Haussperling. So leicht sind wir beide auf den ersten Blick wohl nicht zu unterscheiden, aber schauen Sie mal genauer hin dann werden Sie uns schon auseinanderhalten können! Schon unsere Namen weisen darauf hin, wo man uns vor allem findet.

Ich lebe eigentlich nicht so gerne in Städten und Siedlungen, sondern lieber außerhalb, in offenen Landschaften mit Waldrändern und Hecken, Obstgärten und von Landwirtschaft geprägten Siedlungsrändern. Ich bin auch ein wenig kleiner und zarter gebaut als meine Verwandten in den Städten, und ein bisschen scheuer und vorsichtiger. Man kann mich gut an meinem braunen Oberkopf und dem schönen schwarzen Wangenfleck erkennen. Der sitzt etwa dort wo man mein Ohr vermuten würde. Bei uns Feldsperlingen sehen Männchen und Weibchen gleich aus, auch das ist beim Haussperling anders! Als sozialer Vogel fühle ich mich im Schwarm am wohlsten und führe meistens eine lebenslange Ehe.

Da ich sehr gerne Sämereien und Getreidekörner fresse, habe ich leider jahrhundertelang als Schädling gegolten und bin oft von Menschen verfolgt worden. So sind im 18. und 19. Jahrhundert in Deutschland immer wieder "Spatzenkriege" gegen mich geführt, und während der Kulturrevolution in China Millionen meiner Artgenossen in der "Großen Spatzenkampagne" getötet worden.

Ich werde gerne als Allerweltsvogel bezeichnet, doch auch wir Feldsperlinge sind weniger geworden. Heute fehlen uns Brutplätze, weil Feldgehölze und Streuobstwiesen selten geworden sind. Ackerränder, Brachflächen und Stoppelfelder gibt es auch nicht mehr so zahlreich und fast überall in der Landwirtschaft werden Pestizide eingesetzt. So ist das Leben für mich schwieriger geworden.

Trotzdem bin ich noch relativ häufig anzutreffen, und bei Zählungen im Winter sind wir Feldsperlinge in Österreich die dritthäufigste Vogelart.

Genug geredet, das St. Martins Outdoor-Team hat alles Wissenswerte rund um mich in kompakter Form aufbereitet. Informieren Sie sich, testen Sie ihr Wissen über mich bei einem kniffeligen Quiz, bei dem Sie mit etwas Glück einen Aufenthalt in der St. Martins Therme & Lodge gewinnen können.

Liebe Grüße,
Ihr Feldsperling (Passer montanus)

Ein sesshafter Kosmopolit

Feldsperlinge besiedeln ein riesiges Areal, das von Europa bis Japan und im Südosten bis auf indonesische Inseln reicht. Auch in Nordamerika und Australien sind sie mittlerweile heimisch geworden; dort hin gelangten sie allerdings mit Hilfe der Menschen und zählen somit nicht zur ursprünglichen Vogelwelt. In Österreich besiedelt der Feldsperling als Kulturfolger alle Lebensräume in denen auch der Mensch lebt, nur große Waldgebiete und das Hochgebirge meidet er.

Er ist einer der wenigen Vogelarten, die wirkliche Standvögel sind. Erwachsene Vögel bleiben meist in einem Radius von wenigen Kilometern um ihren Neststandort und so lange es genug Platz gibt, bleiben die Jungvögel auch in dem Gebiet. Vögel aus kälteren Gebieten können größere Wanderungen unternehmen. So wurde ein in Weißrussland beringter Feldsperling 2700 km weiter in Portugal wiedergefunden. Solch weite Wanderungen sind aber die Ausnahme!

Weitere Sperlings-Arten im Seewinkel

 

 

Ordnung: Passeriformes
Familie: Passeridae – Sperlinge

  • Haussperling (Passer domestics) – häufiger Jahresvogel in Dörfern
  • Eine weitere Sperlingsart gibt es in Österreich, den Schneesperling (Montifringilla nivalis). Dieser bewohnt die baumfreien Hochgebirgszonen und wurde noch nicht im flachsten Winkel Österreichs festgestelllt.
Ernährung

Der Feldsperling ist omnivor, das heißt er ist nicht heikel und frisst buchstäblich was ihm vor den Schnabel fällt. Die verfügbare Nahrung schwankt aber mit den Jahreszeiten. Im Winter leben Feldsperling granivor. Granivor ist ein lateinisches Wort zusammengesetzt aus den Wörtern granum (Korn) und vorare (fressen), also ein Körnerfresser. Im Winter suchen sie gerne das Futterhäuschen auf, da hier ein Überangebot an Nahrung herrscht. Aber auch auf dem freien Feld findet man sie in Brachflächen auf der Suche nach übriggebliebenen Sämereien.

Wenn die Tage länger und wärmer werden, stellen sie ihre Nahrung auf Insekten um. Diese bieten viel wertvolles Protein, sind aber oft schwerer zu finden, daher wird auch im Sommer ein saftiger Same, zB von einem Löwenzahn, nicht verschmäht. Für die Jungvögel ist die Insektennahrung in den ersten Lebenstagen essentiell. Nur mit einem ausreichenden Angebot an Insekten gibt es einen guten Bruterfolg – der Feldsperling ist also auch eine Art die vom Insektensterben durchaus bedroht wird!

 

Große Spatzenkampagne in China

Im kommunistischen China gab es 1958 eine Kampagne zur „Ausrottung der vier Plagen“. Feldsperlinge zählte als eine der vier Plagen, da sie Körner fraßen und so den Ernteerfolg schmälerten. Die Bevölkerung zog nun aus und machte so einen Lärm, dass die Feldsperlinge immer weiterflogen und schließlich an Erschöpfung verendeten. Man vermutet, dass insgesamt zwei Milliarden Vögel starben.

In den folgenden Jahren kam es zu einer Hungersnot, weil nun Insekten überhandnahmen und der Ernte schadeten. Man musste also auf schmerzliche Art und Weise die Nützlichkeit von Sperlingen als Schädlingsvernichter erkennen. 1961 wurde die Kampagne eingestellt und Bettwanzen wurden als vierte Plage anstatt der Feldsperlinge installiert.

 

Fortpflanzung & Nestbau

Jetzt im April geht es so richtig mit der Brutzeit los. Das Männchen sucht eine geeignete Bruthöhle und zeigt sie dann dem Weibchen. Ist das Weibchen mit der Wahl zufrieden, legt sie fünf weiße Eier mit braunen Flecken in das weiche Nest aus Grashalmen und Moos. Da es bei uns kaum noch alte Bäume mit Höhlen gibt, nimmt der Feldsperling sehr gerne Nistkästen an, denn hier ist die Brut gut geschützt. Beide Elternteile bebrüten die Eier etwa 12 Tage lang und Ende April, Anfang Mai schlüpfen die ersten Feldsperlinge. Nun beginnt die stressigste Zeit für die Feldsperlings-Eltern.

Gut 350-mal pro Tag bringen sie neue Insekten zum immer hungrigen Feldsperlings-Nachwuchs! Nach etwa 17 Tagen im Nest werden die Jungen flügge. Wenn die erste Brut erfolgreich verlaufen ist, wird gleich die nächste gestartet – manchmal folgt darauf sogar noch eine! Feldsperlinge bringen also ganz schön viel Nachwuchs auf die Welt. Trotzdem steigt der Bestand nicht an, das liegt vor allem an der hohen Sterblichkeit der Jungvögel im ersten Lebensjahr.

Aussehen

Den Feldsperling kann man leicht daran erkennen, dass seine Kappe ganz schokoladenbraun ist und, dass auf den Wangen ein deutlicher schwarzer Fleck zu sehen ist, etwa dort wo man das Ohr vermuten würde. Weibchen und Männchen schauen beim Feldsperling ident aus, das ist beim Haussperling anders. Der Feldsperling wird zwar etwas abschätzig als Spatz bezeichnet, wenn man sein Gefieder aber ganz genau anschaut, dann kann man hier viele hübsche Details erkennen. Zwei weiße Binden zieren die Flügel, am Rücken wechseln sich braune und schwarze Streifen ab und um den Hals gibt es noch einen weißen „Schal“. Genau hinzuschaun lohnt sich!

Richtig Beobachten

Der Feldsperling ist ein häufiger Bewohner von Gärten, Siedlungsrändern und strukturreichen Ackerlandschaften. Er besucht auch Futterhäuschen und kann in der Regel leicht beobachtet werden.

Hier erhalten Sie Tipps von unserem Outdoor-Team, wie Sie den Feldsperling in der freien Natur beobachten können.  

Wann & Wo

Feldsperlinge sind Standvögel, die sich ganzjährig an Ort und Stelle aufhalten. Jungvögel wandern manchmal wenige Kilometer, wenn sie auf Partner- oder Nistplatzsuche sind. Aber die „eingesessenen“ Sperlingsgruppen bleiben oft viele Jahre am selben Ort.

Markante Eigenschaften

Gerne mischen sich Trupps des Feldsperlings mit Haussperlingen. Halten Sie also die Augen offen: In Spatzenschwärmen leben oft beide Arten gemeinsam! Sperlinge übernachten in dichten Gebüschen, die Schutz vor Beutegreifern bieten. Am späten Nachmittag machen oft dutzende Vögel durch lautes Tschilpen auf sich aufmerksam.

Außerdem sind Feldsperlinge dankbare Mieter in Nistkästen mit rundem Einflugloch (für Höhlenbrüter). Sie sind aber so anspruchslos, dass sie genauso in anderen Hohlräumen und Nischen an Gebäuden brüten.

Das Nest des Feldsperlings

Wenn man beim Ausputzen der Vogel-Nistkästen im Garten (im Winter oder Vorfrühling!) auf ein Spatzennest stößt, ist dieses sofort erkennbar: Feldsperlinge füllen die Häuschen mit Unmengen an Nistmaterial an, das bis zum Dach hinauf reicht und die Nistmulde fast kugelförmig einhüllt. Verbaut werden vor allem trockenes Gras und im innersten viele weiche Vogelfedern, aber auch Haare und verschiedenes Pflanzenmaterial.

Interaktive Inhalte

Hier finden Sie eine Auswahl an weiterführenden Informationen zum Feldsperling. Filme, Audiodateien, Weblinks, etc.

So baut man einen Nistkasten

Haus-und Feldsperling im Vergleich

Der Ruf des Feldsperlings
tschilp!

Lebensraum St. Martins Therme & Lodge

Am Gelände der St. Martins Therme & Lodge ist der Feldsperling sehr häufig. Man kann sie fast überall, auf den Parkplätzen, den Balkonen, vor dem Restaurant, auf Summer Island und natürlich um unseren Stall sehen. Die Spatzen profitieren von der strukturreichen Landschaft mit Wiesen, Hecken, Wäldchen und Wasser, sowie von den vielen Nistgelegenheiten. Sowohl an den Gebäuden, als auch in den zahlreichen Nistkästen brüten wahrscheinlich hunderte Paare.

Nistkasten

Die von den Kinder in unserem Entdeckerclub gebauten Nistkästen sind nicht zu übersehen! Bunt bemalt stechen sie ins Auge, wenn man über unseren Entdeckerpfad spaziert. Alle (!) sind von Feldsperlingen angenommen worden und unterstützen dadurch den Bestand.

Spatz & Huhn: In bester Gesellschaft

Um unseren Stall fühlt sich ganzjährig eine große Gruppe Feldsperlinge wohl. Warum bloß? Natürlich weil der Tisch hier immer gut gedeckt ist! Sobald die Hühner gefüttert werden, sind auch die Spatzen zur Stelle und naschen mit.

Und was ist mit dem Haussperling?

Interessanterweise hat sich der Haussperling bis jetzt nicht in St. Martins angesiedelt. Warum das so ist, bringt auch unsere Ornithologen ins Grübeln. Im vergangenen Winter sind immerhin erstmals drei Haussperlinge hier gesichtet worden! Vielleicht entdeckt also auch diese Art bald die Vorzüge unseres Hauses.

Hier wird beringt

Dass der Feldsperling in St. Martins so häufig ist, bietet ideale Voraussetzungen um die Art zu erforschen. Im Rahmen der Arbeiten unserer Vogel-Beringungsstation werden Feldsperlinge bei uns daher mit speziellen Farbringen versehen, um mehr über das Leben „unserer“ Spatzen herauszufinden. Wo fliegen sie hin? Wie lange leben sie? Wie lange bleiben die Paare zusammen?

Unsere beringten Feldsperlinge

Bislang wurden 750 Feldsperlinge beringt, davon tragen 400 einen gelben Farbring. Erst einer davon wurde weit abseits der Lodge entdeckt: Ein 2019 geschlüpfter Jungvogel wurde im September in Pamhagen von einer Katze getötet. Unser ältester ist „D5“, der auch aktuell noch um den Eselstall lebt und jetzt mindestens sechs Jahre alt ist. Dieses Männchen wurde im Mai 2015, am Eröffnungstag unserer Beringungsstation beringt. 2018 ging er wieder ins Netz und erhielt den gelben Farbring mit dem Code D5.

Wer mit dem Fernglas bei uns unterwegs ist kann D5 und viele andere farbberingte Feldsperlinge entdecken. Besonders gerne halten sie sich dort auf, wo unsere Hühner ihr Futter bekommen!

Patenschaften

Um dieses Forschungsprojekt zu unterstützen, laden wir unsere Gäste ein, die Patenschaft für einen farbberingten Feldsperling zu übernehmen. Schauen Sie bei Ihrem nächsten Besuch bei unseren Rangern vorbei – wir informieren Sie gerne!

Die aktuellsten Entdeckungen in und rund um St. Martins erzählen Ihnen unsere Ranger auf www.instagram.com/seewinkelsafari/

Testen Sie Ihr Wissen!

Wenn Sie alle Fragen richtig beantworten können, haben Sie die Möglichkeit an unserem Gewinnspiel teilzunehmen.

Die Gewinne

1 Preis: 1 Aufenthalt für 3 Tage/2 Nächte für 2 Personen inkl. kleiner Entdeckertour

2 Preis: 1 Relax Tagesurlaub für 2 Personen

3 Preis: 1 Thermen-Safari-Kombiticket für 2 Personen

Da unserer Resort derzeit geschlossen hat, werden die Gewinner erst nach Wiedereröffnung ermittelt. Die Ermittlung der Gewinner erfolgt unter allen Teilnehmern mit der richtigen Antwort unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Der/die Gewinner/in wird per E-Mail verständigt. Die Barablöse des Gewinns und der Rechtsweg sind ausgeschlossen. Da unser Resort derzeit geschlossen hat, können die Gewinne erst nach Wiedereröffnung eingelöst werden.

Welche Farbe haben die Farbringe unserer „St. Martins Spatzen“?*
Wie heißt der älteste in St. Martins beringte Feldsperling?*
Wie viele Feldsperlinge wurden an der Vogelberingungsstation von St. Martins beringt?*
St. Martins Therme & Lodge, Im Seewinkel 1, A-7132 Frauenkirchen,   +43 2172-20500
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