Der Flussbarsch
Der Spur folgen

Der Flussbarsch

Liebe Entdeckerin, Lieber Entdecker,

ich bin der Flussbarsch und bin der Fisch des Jahres 2023. Vielleicht kennt ihr mich ja aber auch unter meinem Schweizer Namen „Egli“ oder „Kretzer“, wie ich am Bodensee genannt werde. Im Laufe meines Lebens halte ich mich in ganz unterschiedlichen Bereichen eines Gewässers auf, was mir bei den Anglern, bei denen ich sehr beliebt bin, die Namen Jadebarsch, Tiefenbarsch oder Krautbarsch eingebracht hat. Als im freien Wasser lebender Fisch werde ich Jadebarsch genannt, als Tiefenbarsch lebe ich in den tieferen Zonen der Gewässer und als Krautbarsch halte ich mich in den vegetationsreichen Uferzonen auf. Ich bin fast in ganz Europa verbreitet und bin auch, was Gewässertypen betrifft, nicht wählerisch.

Mehr spannende Informationen über mich erfahren sie hier.

Alles Liebe, Ihr Flussbarsch

 

 

Dellex, CC BY-SA 3.0

Bildnachweis: Dellex, via Wikimedia Commons

Facts

  • Länge – max. bis 60 cm, meistens 15 - 30 cm
  • Gewicht – bis 5 kg
  • Lebenserwartung – bis zu 25 Jahre

Aussehen

Flussbarsche haben einen gräulich-grün gefärbten Rücken, der zum Bauch hin immer heller wird. Typisch sind die mehreren senkrechten dunklen Streifen, die sich vom Rücken in Richtung Bauch ziehen. Diese können auch gegabelt sein. Das Maul ist endständig mit einer tiefen Maulspalte und vielen kleinen, nach hinten gebogenen Zähnen. Der Kiemendeckel läuft in einen spitzen Dorn aus.

Junge Fische sind eher schlank und langgestreckt. Mit zunehmendem Alter entwickelt sich ein hoher Rücken. Mit den großen, hochangesetzten Augen orientieren Flussbarsche sich gern auf Sicht.

Wie alle Barsche besitzen Flussbarsche eine deutlich zweigeteilte Rückenflosse, die wie ein Fächer zusammengeklappt werden kann. Der vordere Teil ist mit spitzen Stachelstrahlen ausgestattet und hat am hinteren Ende einen schwarzen Fleck (Petrifleck). Die hintere Rückenflosse ist ohne Stachelstrahlen. Bauch-, Afterflossen zeigen oft eine orange bis blutrote Färbung.

Nahrung

Sehr junge Larven ernähren sich von Plankton. Später fressen die Jungfische vor allem Kleintieren wie Insektenlarven, Kleinkrebse und Würmer. Adulte Fische sind auf Fischbrut vor allem aber auch auf die Jagd von anderen Fischen spezialisiert.

Fortpflanzung

Ab einer Wassertemperatur von ca. 6°C beginnt die Laichzeit der Flussbarsche und zieht sich von März bis Juni. An flachen Uferstellen streift das Weibchen an Pflanzen oder Steinen durch kreisförmige Bewegungen lange Laichschläuche ab. Auf diese Art werden bis zu 300 000 Eiern pro Weibchen abgelegt, die dann sofort von einem oder mehreren Männchen besamt werden. Bei einer Wassertemperatur von 12°C – 18°C schlüpfen die Jungfische nach 5-10 Tagen.

Verbreitung

Flussbarsche sind in ganz Europa verbreitet. Sie fehlen nur auf der Iberischen Halbinsel, im Süden Italiens und auf der westlichen Balkaninsel. Sogar im Brackwasser der Ostsee und in höheren Lagen bis 1000m kommen Flussbarsche vor. In Australien und Südafrika wurde der Fisch eingeschleppt.

Lebensraum, Lebensweise

Flussbarsche sind äußerst anpassungsfähig, was ihren Lebensraum betrifft. Man findet sie sowohl in fließenden als auch in stehenden Gewässern. Da sie vegetationsreiche Zonen bevorzugen, halten sie sich in Flüssen vor allem in Ufernähe auf. Dort findet in Seen, Tümpeln und Weihern die Ablage der Laichschnüre statt. Gleich nach dem Schlupf begeben sich die Fischlarven an die Wasseroberfläche, wo die Schwimmblase mit Luft gefüllt wird. Von der Wasserströmung werden sie ins Freiwasser getrieben. Dort fressen sie, zu einem Schwarm zusammengeschlossen, in der ersten Zeit Plankton.

 

Erst wenn sie etwas größer sind, kehren die jungen Flussbarsche zurück in ufernahen Zonen, wo sie den Schutz der Vegetation nutzen, um hier nach Kleintieren wie Insektenlarven, Kleinkrebsen und Würmern zu suchen.

Erwachsene Exemplare dagegen sind Einzelgänger und halten sich meist in den tieferen Regionen des offenen Wassers auf, wo sie anderen Fischen jagen.

Gefährdung

Aufgrund der großen Verbreitung und Flexibilität was den Lebensraum betrifft gelten Flussbarsche nicht als gefährdet.

Wo zu beobachten

Da erwachsene Flussbarsche sich eher in den tieferen Zonen der freien Wassersäule aufhalten sind sie in freier Natur nur selten zu beobachten. Mit etwas Glück kann aber ein Schwarm von Jungfischen zwischen den Pflanzen der ufernahen Flachwasserzone entdeckt werden.

Unsere Individuelle Wassererlebnissafari bietet Ihnen eine wunderbare Gelegenheit mehr über den Flussbarsch, aber auch die anderen Fischarten des Neusiedler Sees zu erfahren. Bei dieser Safari tauchen Sie buchstäblich in die Geheimnisse der Seewinkler Gewässer und auch des Neusiedler Sees ein und können anhand von kleinen Versuchen die besonderen Eigenschaften dieser Gewässer kennen lernen. Eine entspannte Bootfahrt am Neusiedler See rundet diese 3,5-stündige Safari zum Thema Wasser ab.

 

Bildnachweis: Dellex, via Wikimedia Commons

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