Webcam & Wetter
Bildergalerien
Videos

Der Seeregenpfeifer

Der Seeregenpfeifer (Charadrius alexandrinus)

Ein Leben in der Salzsteppe

Einer der seltensten Brutvögel Österreichs ist der Seeregenpfeifer. Er kommt nur am Ostufer des Neusiedler Sees, besonders an den Salzlacken vor. Im Winter tauscht er die Salzsteppen des Nordburgenlandes gegen die Küsten Nordafrikas.

Seeregenpfeifer © Alnus by Wikimedia Commons
Seeregenpfeifer © Alnus by Wikimedia Commons

Steckbrief

Aussehen, Größe & Gewicht

Seeregenpfeifer sind kugelig gebaut, haben einen großen Kopf und lange, dünne Beine. Der Schnabel ist kurz und schlank. Die Oberseite ist sandbraun gefärbt, die Unterseite weiß. Männchen haben einen rotbraunen Oberkopf, dieser ist beim Weibchen (und bei Jungvögeln) wie der Rest der Oberseite gefärbt. Männchen zeigen außerdem eine schmale, schwarze Gesichtsmaske und dünne, schwarze Flecken an den Brustseiten. Im Flug wird ein breiter weißer Flügelstreif sichtbar.

Mit 15-17 cm Körperlänge ist der Seeregenpfeifer etwa so groß wie ein Haussperling. Die Spannweite beträgt aber etwa 43 cm und ist damit etwas doppelt so groß wie beim Spatz. Seeregenpfeifer bringen etwa 45 g auf die Waage.

Vorkommen & Lebensraum

Der Seeregenpfeifer brütet in Europa, Nordafrika und weiten Teilen Asiens. Im Herbst zieht er nach Süden und verbringt die Wintermonate in Afrika und Südostasien. Ein sehr naher Verwandter, der manchmal zur gleichen Art gezählt wird, lebt in Nordamerika.

In Europa liegen die Brutgebiete vor allem an den Küsten, wo die Art an Sandstränden vorkommt. Im Seewinkel und der Ungarischen Tiefebene besiedelt er Bereiche, die dem Lebensraum in weiten Teilen Asiens entsprechen: Karge, vegetationslose oder nur schütter bewachsene, flache Ufer finden sich an den Sodalacken des Seewinkels, sowie in weiten Teilen Zentral- und Ostasiens.

Nahrung

An den Lacken des Seewinkels ernährt sich der Seeregenpfeifer vor allem von kleinen Insekten. An Küsten brütende Populationen fressen Ringelwürmer, kleine Muscheln, Schnecken und andere Weichtiere. Die Nahrung wird meistens von der Oberfläche gepickt, manchmal stochern Seeregenpfeifer aber auch im Boden. Wie manche andere Regenpfeifer klopft auch der Seeregenpfeifer häufig mit einem Fuß auf den Boden, vermutlich um Kleintiere aufzuscheuchen und sie so leichter zu entdecken.

Brut & Aufzucht

Das Nest ist eine unauffällige Mulde im Boden, die höchstens mit wenigen Halmen ausgelegt wird. Darin legt das Weibchen drei braune Eier (selten mehr) und bebrütet sie etwa 25 Tage lang. Ein Monat nach dem Schlüpfen lernen die Jungen zu fliegen.

Gefährdung

Die europäischen Populationen des Seeregenpfeifers nehmen dramatisch ab. Im Seewinkel scheint der sehr kleine Bestand mit etwa 40 Brutpaaren relativ stabil, schwankt aber von Jahr zu Jahr je nach Wasserstand und der damit verbundenen Verfügbarkeit geeigneter Lebensräume. Die größte Gefahr geht vom langsamen Sterben der Sodalacken aus, das wohl durch zu hohe Grundwasserentnahmen für die Landwirtschaft verursacht wird. Auch die meisten der letzten, verbliebenen Seewinkel-Lacken verlanden zunehmend, wodurch auch die kleinen Lebensraum-Inseln des Seeregenpfeifers zu verschwinden drohen.

Kaiseradler © J. Peganathan by Wikimedia Commons
Kaiseradler © J. Peganathan by Wikimedia Commons
Seeregenpfeifer © K. Rayker by Wikimedia Commons

Safari Status

Ab März kehren die Seeregenpfeifer aus ihren Winterquartieren zurück. Die Brutzeit dauert bis in den Juli und schon in August machen sich die Vögel wieder auf den Weg nach Süden. Einzelne Individuen harren aber bis in den November bei uns aus.

Folgen Sie unserem Safari-Team auch auf Instagram @seewinkelsafari und posten Sie Ihre schönsten Safari-Momente mit dem Hashtag #seewinkelsafari.