Hermelin – Mustela erminea

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Liebe Entdeckerin, lieber Entdecker,

Hermelin – oder Großes Wiesel – ist mein Name. Je nach dem unter welchem Sie mich kennen, denken Sie jetzt vielleicht an die weiße, mit schwarzen Punkten übersäte Borte königlicher Mäntel oder an die zwei gewieften Gesellen aus „Als die Tiere den Wald verließen“, die sich durch fragwürdige Charaktereigenschaften auszeichnen. Aber nicht nur das, wir Hermeline mitsamt unseren verwandten Arten, müssen schon einmal für menschliche Assoziationen und Symbolik herhalten – zum Beispiel, wenn ihr Menschen euch selbst für „wieselflink“ haltet. Das ich nicht lache.

Dieser Tage wechseln übrigens viele meiner Artgenossen vom braunen in das einst begehrte, weiße Haarkleid. Zu gut, dass es hierzulande keine Könige mehr gibt und Pelzmäntel längst vom Aussterben bedroht sind!

Ich wünsche viel Vergnügen bei der Lektüre des neuen Newsletters und danke Ihnen schon vorab, dass Sie sich für einen wie mich interessieren.

Ihr Hermelin

    • Körperlänge: 21 - 45 cm (Männchen sind größer und schwerer als Weibchen)
    • Gewicht: 40-360 g
    • Winterschlaf: nein
    • Junge pro Wurf: 3-9 (max. 18)
    • Wurfzeit: April-Mai
    • Alter: Im Durchschnitt 1-3, maximal 7 Jahre
Aussehen

Hermeline sind mittelgroße, lang gestreckte Säugetiere mit kurzen Beinen. Sie haben ein mittelbraunes Fell mit cremeweißer Unterseite und helle Pfoten. Der Schwanz ist zwar lang, aber immer noch kürzer als bei manchen Verwandten und zeigt eine dunkle Spitze. Im Herbst wechseln manche Hermeline in ein schneeweißes Winterfell – nur die Schwanzspitze bleibt schwarz. In einer verschneiten Landschaft sind sie dann kaum zu entdecken. Je nach Verbreitungsgebiet machen alle Individuen (im Norden) einer Population, nur manche, oder niemand (weiter im Süden) diesen Fellwechsel durch. Wo es keinen Schnee gibt, macht diese Tarnung wenig Sinn. Hochnordische Hermeline sind hingegen sogar ganzjährig weiß gefärbt.

Heimische Maderartige

Unter den acht im Burgenland heimischen Marderartigen (Familie Mustelidae) ist das Hermelin die zweitkleinste Art. Am ehesten zu verwechseln ist es mit dem noch kleineren, nahen verwandten Mauswiesel, das einen kürzeren Schwanz ohne schwarze Spitze und braune Pfoten zeigt. Nur wenige Populationen des Mauswiesels färben sich im Winter weiß. Größere Arten in dieser Familie sind Waldiltis, Steppeniltis, Steinmarder, Baummarder, Dachs und Fischotter.

Lebensweise

Hermeline passen ihre Aktivitätsphasen jahreszeitlich an und gehen am Tag, in der Dämmerung und in der Nacht auf Nahrungssuche. Auf eine mehrstündige Pause folgt eine rund einstündige, hochaktive Phase, in der sie dann auch rastlos an Wegrändern oder in Wiesen herumlaufend gesehen werden können. Während der Ruhephasen suchen sie in Höhlen Deckung. Dazu nutzen sie Hohlräume in Totholz, Steinhaufen oder Felsspalten. Das Nest polstern sie mit Gras, Haaren oder Federn aus. Auch die verlassenen Baue größerer Säugetiere werden bezogen. Hermeline sind Einzelgänger die sich nur zur Paarungszeit mit einem Partner zusammenschließen. Während der Fortpflanzungsperiode frequentieren sie ein größeres Revier (max. ca. 200 Hektar), im Winter begnügt sich ein Individuum mit etwa 2 Hektar Fläche. Im Revier werden Duftmarken aus der Analdrüse gesetzt um andere Hermeline vom eigenen Besitzanspruch in Kenntnis zu setzen. Zu den Feinden des Hermelins zählen z. B. Fuchs, Dachs, größere Greifvögel und Eulen.

Lebensraum & Nahrung

Die Ansprüche an den Lebensraum sind gering, wobei die Nähe zu Gewässern scheinbar bevorzugt wird. Geschlossene Wälder werden gemieden, sonst besiedeln Hermeline aber verschiedenste, strukturreiche Landschaften, in denen sich Wiesen und Gehölze abwechseln – von den Tieflagen bis ins Gebirge. Wichtigstes Kriterium ist die Verfügbarkeit geeigneter Nahrung: Hermeline jagen vor allem Wühlmäuse und andere kleine Säugetiere. Sie sind aber nicht wählerisch und ergänzen ihren Speiseplan bei Bedarf mit kleinen Vögeln, Reptilien, Amphibien und Insekten.

Fortpflanzung

Im Sommerhalbjahr paaren sich Hermeline, doch die Jungen kommen erst im folgenden Frühling zur Welt. Grund dafür ist eine Keimruhe – die Entwicklung der Embryos startet erst im Frühling und ist nach nur etwa einem Monat „echter“ Tragzeit abgeschlossen. Neugeborene Hermeline wiegen nur wenige Gramm und sind vorerst blind. Die Versorgung übernimmt das Weibchen alleine. Sechs Wochen lang werden die Jungen gesäugt und verlassen erst dann – vollständig entwickelt – den Bau. Die weiblichen Jungtiere sind schon als Säuglinge geschlechtsreif und werden in dieser Zeit bereits häufig begattet, oft vom eigenen Vater.

Mensch & Hermelin

Der neapolitanische Hermelinorden pflegte den Wahlspruch „malo mori quam foedari“ („lieber sterben als besudelt werden“). Er meint sinnbildlich, dass ein weißes Hermelin lieber sterben wolle, als sich sein edles, weißes Fell schmutzig zu machen. Im Mittelalter galt das (weiße) Hermelin als Symbol für Reinheit und findet sich als heraldisches Element in vielen Wappen und eben sogar als Namensgeber von Ritterorden. Sein Fell, dessen Nutzung zeitweise hohen Würdenträgern vorbehalten war, wurde als besonders wertvoll erachtet. Einem breiten Publikum dürfte das Hermelin daher als Pelzlieferant am besten bekannt sein. Die Winterfelle wurden zu ganzen, weißen Mänteln, oder zu den Borten der mit Purpur gefärbten, roten Mäntel von Edelleuten verarbeitet. Die schwarzen Tupfer darauf sind die aufgenähten, schwarzen Schwanzspitzen. Die Vorliebe des Hermelins für Mäuse machte es auch zu einem beliebten Haustier, noch bevor die Hauskatze auf Bauernhöfen weite Verbreitung in der Bekämpfung der Nager fand.

Wann zu beobachten

Die Beobachtung eines Hermelins ist im Seewinkel ganzjährig möglich, aber immer unvorhersehbar und mit einer Portion Glück verbunden. Vor allem im Frühling, wenn Hermeline einen großen Aktionsradius haben und aktiv auf Partnersuche sind, gelingen Sichtungen. Am häufigsten treffen wir sie an Gewässerufern oder in Bereichen mit hoher Nahrungsverfügbarkeit – dazu gehören auch Kaninchenkolonien. Zu empfehlen ist beispielsweise ein Besuch des Sandecks im Rahmen eines Individuellen Naturerlebnisses.

Interaktive Inhalte

Hier finden Sie Videos mit besonderen Inhalten zum Hermelin.

Junge Hermeline lernen jagen:

Im weißen Winterfell:

Im Fellwechsel:

Testen Sie Ihr Wissen!

Entdecken Sie jeden Monat eine neue Art und gewinnen Sie mit etwas Glück einen Seewinkel-Safari-Gutschein für zwei Personen.

Viel Glück bei der Teilnahme und Entdeckergrüße,
Ihr Naturerlebnis-Team der St. Martins Therme & Lodge

 

Teilnahmebedingungen: Das aktuelle Gewinnspiel läuft bis 31. Oktober 2021. Die Ermittlung des Gewinners für einen Safari-Gutschein für zwei Personen erfolgt unter allen Teilnehmern mit der richtigen Antwort unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Der/die Gewinner/in wird per E-Mail verständigt. Die Barablöse des Gewinns und der Rechtsweg sind ausgeschlossen.

Was unterscheidet das Hermelin vom Mauswiesel?*
Was fressen Hermeline nicht?*
Wodurch werden die schwarzen Flecken auf Hermelin-Mänteln gebildet?*
St. Martins Therme & Lodge, Im Seewinkel 1, A-7132 Frauenkirchen,   +43 2172-20500
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