Laubholz-Mistel – Viscum album

Aktuelle Entdeckung
Laubholz-Mistel

Laubholz-Mistel

Filtern

Liebe Entdeckerin, lieber Entdecker!

Hallo, ich bin es die Laubholz-Mistel. Ich bin die häufigste Mistelart Österreichs und kaum zu übersehen. Immer schon galt ich als geheimnisvoll und sagenumwoben und bin gerade um die Weihnachtszeit in aller Munde. Dutzende Zweige und Buschen von mir sind im Advent über die Ladentische gewandert und zu Dekorationszwecken verarbeitet und aufgehängt worden. Ich melde mich aber bewusst erst jetzt, nach dem ganzen weihnachtlichen Trubel. Weil es während der verbleibenden Winterzeit noch genügend Gelegenheit gibt, mich zu bewundern und auch deshalb, weil es nicht mehr lange dauert, bis wir unsererseits wieder aktiv werden und unser Zyklus von neuem beginnt.

Um mich ranken sich aber auch viele Mythen und Legenden. Man kann fast sagen, dass mich die Menschen schon immer sehr geschätzt haben, wenn nicht sogar in einer gewissen Weise verehrt haben.

Aber was fasziniert die Menschen bloß so an mir?

Lesen Sie einfach weiter und Sie werden es erfahren!

Ihre Laubholz-Mistel

Viscum album

Aussehen

Die Laubholz-Mistel ist immergrün und hat eine kugelige Wuchsform. In den kahlen Baumkronen sind diese Mistelkugeln schon von weitem zu erkennen. Die kugelige Wuchsform der Mistel kommt dadurch zu Stande, dass das Wachstum des Haupttriebes unterdrückt wird und dass die Seitentriebe die Führung übernehmen. So entsteht ein nach außen hin verzweigter Spross. Pro Jahr wird eine Gabel angelegt, wodurch grundsätzlich das Alter der Mistel einigermaßen gut bestimmbar ist. Lediglich in den Anfangsjahren ist es manchmal nicht ganz klar, da der erste Spross oft sehr verkürzt ist. Dieser Spross wächst entweder direkt aus dem Samen heraus oder er kann auch zu einem späteren Zeitpunkt erneut durch das Schneiden oder Reißen der Mistel aus dem Rindenwurzelsystem entstanden sein. Beim Wachstum orientieren sich die Triebe übrigens nicht, wie bei anderen Pflanzen, an der Schwerkraft und wachsen entgegen der Schwerkraft nach oben, sondern sie wachsen in alle Richtungen. Der Durchmesser von Mistelkugeln kann bis zu 1,2 m betragen.

Die immergrünen Blätter der Mistel sind elliptisch geformt und fühlen sich ledrig an. Sie stehen gegenständig auf am Ende der grünen Sprosse. Die Blütenstände sind knäuelig in den Achseln der Laubblätter angeordnet. Die grünlich gelben Blüten sind unscheinbar und nur zwischen ein bis drei Millimeter im Durchmesser. Misteln sind eingeschlechtig, das heißt, dass es gibt männliche und weibliche Pflanzen.

Die Früchte der Laubholz-Mistel sind weißliche glasige einkernige Scheinbeeren mit einem stark klebrigen „Fruchtfleisch“. Sie reifen in der Winterzeit. Eine Besonderheit der Mistel-Früchte ist, dass der Embryo nicht von einer Samenschale umgeben ist. Stattdessen schützt ihn eine klebrige Schicht, bzw. ein klebriger Schleim aus Cellulose, Hemicellulosen und Pektinen, die Viscin genannt wird.

Lebensweise

Misteln sind Halbschmarotzer, bzw. Halbparasiten. Da sie nicht in der Erde wurzeln, nutzen sie die Wasserleitsysteme des Baumes und zapfen diese an. Sie versorgen sich über diese Leitungsbahnen mit Wasser und Nährsalzen, während sie aber selbst mit ihren grünen Blättern und Sprossen Photosynthese betreiben und so ihren eigenen Zucker produzieren und somit auch selbst Cellulose erzeugen können.

Misteln werden durch Vögel verbreitet. Frisst ein Vogel Mistelbeeren und verdaut diese, dann bleiben die klebrigen Fäden auch nach der Verdauung erhalten. Werden die Samen ausgeschieden, hilft dieser Klebstoff, dass die Mistelsamen an den Ästen kleben bleiben. Der Vogelkot dient dann dem austreibenden Keimling als Dünger. Er stellt die notwendige Energie zur Verfügung, dass sich die Wurzel bilden kann, die sich dann durch die Rinde in das Holz des Wirtsbaumes bohrt.

Das Lebensalter der aus einem Samen ausgekeimten Mistel beträgt ca. 70 Jahre, kann aber in Ausnahmefällen auch 100 Jahre betragen. In diesem Alter erreicht die Mistelpflanze dann auch ihren größten Durchmesser bis zu 1,2 m. Pflanzen mit einem Durchmesser von 60 cm können aber durchaus schon 70 Jahre alt sein.

Bestäubung

Misteln blühen in der Zeit von Februar bis April. Die winzigen Blüten bieten Nektar. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten. Fliegen spielen bei der Bestäubung der Mistel die wichtigste Rolle, wobei aber auch Hummeln und Bienen gelegentlich Misteln ansteuern. Der Pollen der Mistel ist so gebaut, dass er leicht in den Härchen der Fliegen hängen bleibt und so gut von den fliegenden Besuchern von den männlichen zu den weiblichen Blüten transportiert werden kann.

Verwandschaft

In Österreich kommt die Laubholz-Mistel am häufigten vor. Sie wächst gerne auf Apfelbäumen, Pappeln, Bruchweiden, Linden, Ahornen, aber auch auf Weißdorn und selten an Eichen.

In Österreich gibt es aber noch zwei sehr ähnliche Mistelarten, die auf Tannen bzw. Föhren wachsen – die Tannen-Mistel (Viscum laxum subsp. abietis) und die Föhren-Mistel (Viscum laxum subsp. laxum). Diese beiden Arten unterscheiden sich im Aussehen aber nicht wesentlich.

Eine Besonderheit unter den heimischen Misteln ist die sommergrüne verholzende Eichenmistel (Loranthus europaeus) die ausschließlich im Osten Österreichs vorkommt. Wie der Name schon verrät, wächst sie nur auf Eichen. Ihre Früchte sind im Vergleich zu den Beeren der Viscum-Arten gelb.

Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet der Laubholz-Mistel reicht von Mittel- und Südeuropa bis nach Südskandinavien. Misteln meiden aber im Allgemeinen die weiter nördlichen Lagen und auch die ganz trockenen Gebiete im Süden. Vermutlich liegt es daran, dass in diesen Gebieten die Wasserversorgung nicht mehr ausreichend gewährleistet werden kann. Die Laubholz-Mistel wurde auch in Amerika eingebürgert und hat sich rund um San Francisco verbreitet.

Heilkunde

Misteln finden vor allem in der Volksheilkunde umfassende Anwendung. Eine der bekanntesten Anwendungen ist der Misteltee, der kalt angesetzt wird und als Kaltauszug angewendet wird. Ein gehäufter Teelöffel trockenen Tees wird in einem Viertelliter Wasser kalt angesetzt und 10-12 Stunden ziehen gelassen. Der Kaltauszug wird als Herz-Kreislaufpräparat angewendet. Weiters wird auch die ganze Pflanze mazeriert und in Wasser gelöst. Sie wirkt stark hormonanregend und wurde auch bei Unfruchtbarkeit von Frauen als Heilmittel getrunken. Speziell zubereiteter Mistelwein wirkt Appetit anregend bzw. gegen Arterienverkalkung. Mistelsalbe aus Mistelbeeren mit Schweineschmalz verrührt wurde gegen Erfrierungen eingesetzt.

Bezüglich ihrer Inhaltsstoffe und auch der medizinischen Wirkung ist die Mistel sehr gut untersucht. Sie wirkt antikanzerogen, hat Apoptose einleitende Wirkung (programmierter Zelltod), wirkt antimykotisch, antibiotisch, antiviral und immunomodulatorisch (die Immunabwehr steuernd). Darüber hinaus wirkt sie antioxidativ und diese Antioxidantien sind sowohl fettlöslich als auch wasserlöslich. Der Gehalt an Inhaltstoffen ist aber in hohem Ausmaß von der Wirtsbaumart abhängig, auf der die Mistel wächst.

Weitere Verwendung

Misteln wurden früher auch getrocknet und im Winter dem Heu beigemischt. Vor allem in der Zeit um den Jahreswechsel, wo offenbar die Tiere das übliche Heu nicht mehr in ausreichenden Mengen zu sich nahmen, fand diese Beifütterung statt. Um allerdings gesundheitliche Komplikationen zu verhindern, erfolgte die Zufütterung nur zu einem geringen Anteil und auf eine begrenzte Zeit hin.

Während der Weihnachtszeit ist natürlich auch der dekorative Aspekt nicht außer Acht zu lassen. Da werden grade in der Floristik viele Mistelzweige verkauft und verschönern Wohnungen, Außenbereiche von Häusern, Kirchen aber auch Auslagen von Geschäften und Verkaufsstände von Weihnachtsmärkten.

Eine frühere Nutzung bestand darin, dass die klebrigen Fasern der Mistelbeeren zur Herstellung von Vogelleim genutzt wurden. In vielen Regionen waren daher auch andere deutsche Namen für die Mistel in Gebrauch. Ein vergessener weit verbreiteter Name ist z.B. Vogelleim. Lokale Namen sind z.B. Leimbohne oder Leimballn.

Mythologie

Obwohl die Mistel wohl eine der bekanntesten Pflanzen in Europa ist, wurde ihr Bekanntheitsgrad durch die Comicserie Asterix & Obelix wohl noch vergrößert. Dort gilt sie ja als magische Zutat für einen Zaubertrank der unglaublichen Kräfte verleiht.

Warum die Mistel die Menschen bereits lange fasziniert hat, liegt wohl daran, dass sie im Winter grün ist und somit auch fürs Leben an sich steht. So ist sie auch Symbol für Fruchtbarkeit und Wachstum.

Die meisten denken bei den Misteln wohl daran, dass man sich zu Weihnachten unter einem Mistelzweig küssen soll, was wohl eine sehr nette Gelegenheit bietet, jemandem näher zu kommen. Aber es ist nicht nur das, im englischsprachigen Raum gilt die Mistel auch als Glückssymbol. Misteln galten aber auch als Beschützer gegen den bösen Blick, gegen Geister und Hexen. Es geht so weit, dass in manchen Gegenden Europas sogar geglaubt wird, dass Misteln anzeigen, wo Kostbarkeiten oder Schätze unter der Erde versteckt sind.

Beobachten und Managen

Misteln sind in Mitteleuropa nahezu überall zu finden. Grade in der Winterzeit, wo die Laubbäume keine Blätter tragen, sind die Misteln in den Baumkronen auch deutlich zu sehen.

Sie sind sowohl in Obstgärten, Parkanlagen als auch in natürlichen Baumbeständen zu entdecken. In Europa kann die Mistel auf den allermeisten Baumarten wachsen. Lediglich die Rotbuche erweist sich als mistelfest, d.h. auf ihr schaffen es Misteln nicht, zu keimen.

Vielen stellt sich die Frage, ob Misteln für Baumbestände gefährlich werden können. In der Regel ist es so, dass Misteln ihren Wirt nicht abtöten wollen, da diese ja dann auch selbst zum Absterben verurteilt sind. Ein fachgerechtes Schneiden der Misteln kann aber dennoch eine Entlastung für den Baum darstellen. Das schonende Schneiden in Verbindung mit dem Verkauf der geschnittenen Misteln ist ein guter Kompromiss zwischen Entlastung der befallenen Bäume und Schonung des Mistelbestandes.

Interaktive Inhalte

Hier finden Sie Videos mit besonderen Inhalten zur Laubholz-Mistel.

Wissenswertes über die Mistel zum Nachschauen:

Lebensraum St. Martins Therme & Lodge

Misteln sind auch am Gelände der St. Martins Therme & Lodge hoch oben in den Baumkronen der Pappeln entlang des Entdeckerpfades zu entdecken. Grade im Winter, wenn die Mistelbeeren reif werden, kann an den Misteln auch so mancher Vogel beobachtet werden, der sich an den Mistelbeeren labt. Vor allem Drosseln und Amseln schätzen die saftigen Früchte. Die Misteldrossel hat sogar ihren Namen nach ihrer Vorliebe für die Mistelbeeren. Vielleicht können Sie ja sogar bei der Vogelberingung den einen oder anderen Mistel fressenden Vogel aus nächster Nähe bewundern.

Safari-Status:

Misteln sind im Seewinkel generell sehr häufig. Grade in der Winterzeit sind sie in den Baumkronen nicht zu übersehen. Bei den klassischen Safaris, wie der Großen Entdeckertour oder auch Kleinen Entdeckertour können Sie viel über die Lebensweise dieser faszinierenden Pflanze erfahren.

Testen Sie Ihr Wissen!

Entdecken Sie jeden Monat eine neue Art und gewinnen Sie mit etwas Glück einen Seewinkel-Safari-Gutschein für zwei Personen.

Viel Glück bei der Teilnahme und Entdeckergrüße,
Ihr Naturerlebnis-Team der St. Martins Therme & Lodge

 

Teilnahmebedingungen: Das aktuelle Gewinnspiel läuft bis 31. Jänner 2022. Die Ermittlung des Gewinners für einen Safari-Gutschein für zwei Personen erfolgt unter allen Teilnehmern mit der richtigen Antwort unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Der/die Gewinner/in wird per E-Mail verständigt. Die Barablöse des Gewinns und der Rechtsweg sind ausgeschlossen.

Wer sorgt in erster Linie für die Bestäubung der Mistelblüten?*
Auf welcher Baumart kann die Mistel nicht wachsen?*
Wie wurde die Mistel im Volksmund noch genannt?*
St. Martins Therme & Lodge, Im Seewinkel 1, A-7132 Frauenkirchen,   +43 2172-20500
+
x

Thermenauslastung

FREIE KAPAZITÄT
Um Ihren Platz zu garantieren, empfehlen wir eine RESERVIERUNG 

x

UNBESCHWERTER URLAUB, MAXIMALE SICHERHEIT


VOLLER SCHUTZ