Schilfrohrsänger - Acrocephalus schoenobaenus

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Schilfrohrsänger

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Liebe Entdeckerin, lieber Entdecker!

Ich bin es der Schilfrohrsänger. Noch nie von mir gehört? Dann wird es jetzt aber Zeit! Denn so selten bin ich gar nicht, Ihr müsst nur wissen wo ihr mich suchen sollt – der Hinweis dazu steckt in meinem Namen. Gut getarnt, bin ich gar nicht so leicht zu entdecken, aber dabei hilft Euch mein auffälliger Gesang. Wenn Ihr mich dann endlich gefunden habt, werdet Ihr erstaunt sein, in welchem Reichtum hell und dunkel-braune Streifen meinen Körper zieren. Was ich nicht mag, das ist der europäische Winter. Dieses dunkle Grau, wenn es im Schilf ganz ruhig wird und keine leckeren Fliegen und Blattläuse mehr zu finden sind, davor flüchte ich. Und das nicht nur so halb: Tausende Kilometer lege ich jedes Jahr zwischen meinem Sommer- und Winterquartier zurück. Interessiert? Dann lest noch mehr spannende Sachen über mich auf den folgenden Seiten – wem das alles zu theoretisch ist, dem empfehle ich gleich eine Safari mit den Rangern der St. Martins & Lodge.

Ihr Schilfrohrsänger (Acrocephalus schoenobaenus)

  • Deutscher Name: Schilfrohrsänger
  • Lateinischer Name: Acrocephalus schoenobaenus
  • Familie: Acrocephalidae (Rohrsänger)
  • Ordnung: Passeriformes (Sperlingsvögel)
  • Größe: 13 cm
  • Gewicht: 11,2 g
  • Gelegegröße: 4-7 Eier
  • Lebensraum: Schilf und Büsche in Gewässernähe
  • Nahrung: Insekten, manchmal auch Beeren
Aussehen

Der Schilfrohrsänger ist ein kleiner brauner Vogel, der aus der Nähe durch sein deutlich gestreiftes Federkleid auffällt. Dunkle Linien verlaufen auf seinem Rücken, die Flügel haben helle Ränder und über dem Auge ist ein heller Streifen. Die Unterseite hingegen ist einfärbig hell, die Beine wenig auffallend fleischfarben-gräulich.

Gesang

So wie alle Rohrsänger, hat auch der Schilfrohrsänger einen auffälligen Gesang. Das Männchen singt hastig, schwätzend mit eingewebten Imitationen von anderen Vogelstimmen. Das beste Unterscheidungsmerkmal zu den Gesängen anderer Rohrsängerarten sind die klaren Pfeiftöne und die schnellen Geschwindigkeitsänderungen. Während des Singens klettert das Männchen immer höher auf den Schilfhalm, um dann in einen kurzen Singflug zu starten. Dieser endet aber nach wenigen Sekunden und er lässt sich mit ausgebreiteten Flügeln fallschirmartig wieder zurück ins Schilf fallen.

Vorkommen in Österreich

Der Schilfrohrsänger kommt im Österreich häufig im Flachland und in breiten inneralpinen Tälern vor. Er besiedelt kleine und große Schilfgebiete und deren verbuschte Randzonen. In Österreich wird die Art als „Nicht gefährdet“ eingestuft und der Bestand beträgt 3.000 bis 10.000 Paare.

Elf Gramm auf
großer Reise

Schilfrohrsänger brüten in einem breiten Gürtel von Westeuropa bis zum Yenisey Fluss in Sibirien. Der Südrand der Brutverbreitung liegt in trockenen Steppengebieten Asiens bzw. im Mittelmeerraum. Der Nordrand der Verbreitung liegt in den Zwergstrauchgebieten Nordsibiriens. Das Überwinterungsgebiet erstreckt sich von der Sahelzone bis nach Südafrika. Auf tausenden Kilometern Zugweg gibt es also viele Gefahren zu überwinden wie das Mittelmeer und die Sahara. Gezogen wird ausschließlich nachts, damit die Gefahr von Greifvögeln gejagt zu werden, minimiert wird. Trotz all der Gefahren, schaffen es Schilfrohrsänger Jahr für Jahr in denselben Streifen Schilf zurückzukommen, das haben wir durch beringte Vögel an der Beringungsstation der St. Martins Therme & Lodge zeigen können. Eine erstaunliche Genauigkeit nach einer Reise über tausende Kilometer für einen Vogel der gerade mal elf Gramm wiegt!

Das Vogelleben im Schilf

Im Sommer bietet das Schilf einer Reihe von Vogelarten einen attraktiven Lebensraum und Brutplatz. Angefangen bei den großen Reihern (Sechs Arten brüten im Schilfgürtel des Neusiedler Sees!) und Löfflern über verschiedene Entenarten bis hin zu heimlich-lebenden Kleinen Sumpfhühnern – sie alle leben im Schilf. Auch viele Singvogelarten nutzen diesen Lebensraum. Die Rohrweihe, die Rohrdommel, die Rohrammer, der Rohrschwirl oder die Familie der Rohrsänger wurden sogar nach ihrem Habitat, dem „Rohr“, benannt. Die meisten Singvögel nutzen den Insektenreichtum im Schilf. Im Winter gibt es keinen Insektenreichtum im Schilf, nur die Blaumeise hat gelernt die Schilfhalme aufzupecken um an die nahrhaften Larven zu kommen. Die insektenfressenden Schilfbewohner ziehen im Winter in den Süden.

Die Rohrsänger

Neben dem Schilfrohrsänger brüten noch vier weitere Rohrsänger-Arten (Mariskensänger, Teich-, Sumpf- und Drosselrohrsänger) rund um den Neusiedler See. Damit unter den Rohrsängern keine Konkurrenz aufkommt, haben diese gelernt sich zu spezialisieren. Mariskensänger leben zum Beispiel in Altschilfbeständen, in welchen schon viele Halme umgebrochen sind. Der Schilfrohsänger lebt in Randbereichen, wo das Schilf in Stauden, Seggen oder Büsche übergeht. Der Sumpfrohrsänger hingegen hat gelernt gänzlich ohne Schilf auszukommen und lebt in Hochstauden-Fluren entlang von Wassergräben. In der Biologie nennt man diesen Prozess Einnischung, so können Arten die sich sehr ähnlich sind, auf engem Raum koexistieren.

Schilfrohrsänger lassen sich im April und Mai leicht beobachten, wenn sie ihre Singflüge machen oder von erhöhten Singwarten aus singen. Besuchen Sie doch das nächst-gelegene Feuchtgebiet und halten Ausschau nach diesem Kleinod im Schilf.

Wann zu
beobachten

Die ersten Schilfrohrsänger erreich Österreich Anfang April, der Wegzug ist mit den Jungvögeln im Oktober abgeschlossen. Generell lohnen sich die frühen Morgenstunden an warmen Frühlingstagen am besten um singende Vögel zu beobachten.

Richtig
beobachten

Achten Sie auf den Gesang! Das ist der beste Weg Schilfrohrsänger festzustellen. Wenn Sie den Gesang gehört haben, brauchen Sie nur noch geduldig warten bis sich er sich auf eine erhöhte Warte setzt und ausgiebig beobachtet werden kann.

Auf Safari

Auf Birdwatching Safaris kann der Schilfrohrsänger angetroffen und beobachtet werden. Die Ranger der St. Martin Therme und Lodge erklären Ihnen gerne den Gesang und die Unterscheidung zu anderen Rohrsänger-Arten. Wenn Ihnen dieser kleine Vogel bei der Birdwatching Safari zu weit weg war, empfehlen wir eine Safari zur Vogelberingungsstation. Die Beringer dort erklären Ihnen alles über diesen Weitstreckenzieher und mit etwas Glück, sind sie live bei der Beringung eines Schilfrohrsängers dabei der seinen Ring bis nach Afrika tragen wird!

Interaktive Inhalte

Hier finden Sie Videos mit besonderen Inhalten zum Schilfrohrsänger

Singender Schilfrohrsänger

Lebensraum St. Martins Therme & Lodge

Am verschilften Kanal hinter dem Badesee der Lodge brüten alljährlich Schilfrohrsänger. Man muss also gar nicht weit ausschweifen, um diesen Sommergast anzutreffen.

Beringungsstation der St. Martins Therme & Lodge

Innerhalb von sechs Jahren konnten an der Beringungsstation der St. Martins Therme & Lodge 167 Schilfrohrsänger für die wissenschaftliche Forschung individuell markiert werden. 85% davon wurden von Mai bis Juli beringt, außerhalb dieser Monate tritt diese Art nur selten auf. Bisher wurde leider noch keiner „unserer“ Schilfrohrsänger aus einem anderen Land zurückgemeldet.

Testen Sie Ihr Wissen!

Entdecken Sie jeden Monat eine neue Art und gewinnen Sie mit etwas Glück einen Seewinkel-Safari-Gutschein für zwei Personen.

Viel Glück bei der Teilnahme und Entdeckergrüße,
Ihr Naturerlebnis-Team der St. Martins Therme & Lodge

 

Teilnahmebedingungen: Das aktuelle Gewinnspiel läuft bis 31. Mai 2021. Die Ermittlung des Gewinners für einen Safari-Gutschein für zwei Personen erfolgt unter allen Teilnehmern mit der richtigen Antwort unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Der/die Gewinner/in wird per E-Mail verständigt. Die Barablöse des Gewinns und der Rechtsweg sind ausgeschlossen.

Wo überwintern Schilfrohrsänger?*
St. Martins Therme & Lodge, Im Seewinkel 1, A-7132 Frauenkirchen,   +43 2172-20500
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Thermenauslastung

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