Ährenmaus
Der Spur folgen

Die Ährenmaus

Liebe Entdeckerin, lieber Entdecker,

hallo, ich bin es, die Ährenmaus. Hier im Seewinkel bin ich durchaus regelmäßig zu finden. Das heißt eigentlich nicht wirklich ich selbst. Besonders auffällig sind nämlich meine Bauten, die ich im Herbst errichte und die man im Winter sehr gut sehen kann. Wie diese entstehen und wie diese aussehen, das erfahrt ihr in diesem Newsletter.  

Headerbild: Elke Schmelzer
Bildnachweis: Elke Schmelzer

Die Körperlänge der Ährenmaus beträgt 73 bis 86 Millimeter. Die Schwanzlänge beträgt ca. 80 % der Körperlänge. Das Fell ist am Rücken grau bis graubraun gefärbt und wird um die Mitte etwas dunkler. Der Bauch ist grau bis weißlichgrau. Die Augen sind groß und die Ohren stehen frei. Vom Körperbau ähnelt die Ährenmaus der Hausmaus, wobei deren Schwanz noch länger ist und das Fell grauer wirkt.

Die Westgrenze der Verbreitung der Ährenmaus liegt im pannonischen Osten Österreich im Gebiet des Neusiedler Sees und im südöstlichen Niederösterreich und erstreckt sich nach Osten bis in die Ukraine und das südwestliche Russland. In Österreich liegen große Vorkommen auf der Parndorfer Platte, im Seewinkel und am Heideboden. Die Ährenmaus ist eine charakteristische Maus des Tieflandes und kommt nur bis ca. 200 m Seehöhe vor. Im Moment ist auch eine Verbreitung nach Westen feststellbar und die Vorkommen im niederösterreichischen Flachland werden häufiger.

Bildnachweis: Elke Schmelzer

Die Ährenmaus besiedelt extensiv genutztes Ackerland, Brachen und Steppen des Tieflandes. Sie meidet im Gegensatz zur Hausmaus den Siedlungsraum. Sie ist niemals in Gebäuden anzutreffen. Für ihr Vorkommen wichtig ist das Vorhandensein von ausreichenden Nahrungspflanzen, bei denen die Samenreife zum richtigen Zeitpunkt erfolgt, damit die Maus ihren Vorrat für den Winter einlagern kann.

Bildnachweis: Elke Schmelzer

Die Ährenmaus ist dämmerungs- und nachtaktiv. Ihre Aktivität umfasst eine kontinuierliche Grabtätigkeit. Sie ist aber auch eine gute Läuferin und Kletterin und nutzt dabei ihren Schwanz zum Balancieren. Als einzige Vertreterin der Gruppe der Echten Mäuse legt sie für den Winter große Vorratshügel mit Sämereien an, die in der Landschaft schon von weitem wahrgenommen werden können.

Der Aktivitätsradius der Ährenmäuse liegt bei 150–260 m². In diesem Umkreis werden dann, je nach Angebot an Samen auf einem Hektar ein bis zwanzig Ährenmaushügel angelegt, die in der Regel von vier bis vierzehn Ährenmäusen errichtet werden. Ist ausreichend Nahrung vorhanden, kann die Anzahl an Mäusen auf 60 bis 100 ansteigen.

In der Regel beginnen die Mäuse bereits im August mit der Errichtung des Hügels. Die Größe des Hügels hängt dabei von der Anzahl der am Bau beteiligten Mäuse ab. Die Hügel können durchaus einen Durchmesser von ein bis zwei Metern erreichen und bis zu 50 cm hoch werden. Der Vorrat an Samen kann dabei in einem einzigen Hügel bis zu 50 kg Samen betragen. Zuletzt wird dann dieser Vorrat mit trockenem Laub und Gras und einer abschließenden 5 bis 10 cm dicken Erdschicht bedeckt. Die Errichtung des Hügels dauert in der Regel zwei bis drei Wochen, wobei Samen im Umkreis von 140 m² eingetragen werden. Ist der Hügel fertig, beginnt schließlich der Bau eines ausgedehnten Gangsystems mit Vorratskammern und Nestkammern, die im Laufe des Winters stetig umgebaut werden. Der Vorteil dieser abgedeckten Vorratshügel ist jedenfalls, dass die Mäuse zur Nahrungssuche nicht an die Oberfläche kommen müssen und somit der Gefahr entgehen, von Greifvögeln, Falken oder Eulen erbeutet zu werden. Ab März und natürlich mit dem Versiegen der Futtervorräte verlassen die Ährenmäuse wieder den gemeinschaftlichen Bau. Im Frühling legen sie einfache Erdbaue an, die über den Sommer bewohnt werden.

Die Fortpflanzungszeit der Ährenmaus liegt in den Monaten März bis Oktober. Während dieser Zeit kommen 4 bis 5 Würfe mit je 4 bis 7 Jungtieren zur Welt. Die Tragzeit liegt bei 20 bis 24 Tagen, die Geschlechtsreife wird nach 2 Monaten erreicht.

Die Ährenmaus ernährt sich von trockenen Früchten und Samen. Wichtige Futterquellen stellen die Samen von Fuchsschwanzarten, Gänsefüßen, geruchloser Kamille, Hirse und Sonnenblumen dar.

Ährenmäuse sind in Österreich als stark gefährdet eingestuft. Sie leiden in erster Linie unter Verlust der Lebensräume und der Intensivierung der Feldnutzung. Ein zu frühes Umackern gefährdet den Bestand. Mögliche Schutzmaßnahmen sind ährenmausfreundliche Bewirtschaftungsmethoden von Feldern. Dabei soll ein frühes Umackern vermieden werden, um die Vorratshügel zu erhalten.

Bildnachweis: Elke Schmelzer

Ährenmäuse sind in der Regel nicht leicht zu beobachten. Da ist es schon notwendig sich in der Zeit der Dämmerung bewegungslos in die Nähe eines Hügels zu legen. Die Vorratshügel allerdings sind in der Winterzeit rund um die St. Martins Therme & Lodge regelmäßig zu entdecken und durchaus auch bei Safaris immer wieder zu sehen.

Testen Sie Ihr Wissen!

Entdecken Sie jeden Monat eine neue Art und gewinnen Sie mit etwas Glück einen Seewinkel-Safari-Gutschein für zwei Personen.

Viel Glück bei der Teilnahme und Entdeckergrüße,
Ihr Naturerlebnis-Team der St. Martins Therme & Lodge

Teilnahmebedingungen:
Das aktuelle Gewinnspiel läuft bis 31. Dezember 2025. Die Ermittlung des Gewinners für einen Safari-Gutschein für zwei Personen erfolgt unter allen Teilnehmern mit der richtigen Antwort unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Der/die Gewinner/in wird per E-Mail verständigt. Die Barablöse des Gewinns und der Rechtsweg sind ausgeschlossen.

Wieviel Kilogramm Samen kann ein Ährenmaushügel enthalten?*
Zu welcher Familie der Mäuseartigen zählt die Ährenmaus?*
Wo kommt die Ährenmaus in Österreich nicht vor?*
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