Rebhuhn
Der Spur folgen

Das Rebhuhn

Liebe Entdeckerin, lieber Entdecker,

ich bin es, das Rebhuhn. Ein Vogel, der nur wenig weit und tief fliegen kann. Vermutlich ist es genau diese Eigenschaft, die schon die Griechen zu einer besonderen Geschichte inspiriert hat, mehr darüber aber später. Lange Zeit war ich in Feld und Flur ein häufiger Vogel, heutzutage gehen meine Bestände allerdings stark zurück, da die Landwirtschaft bis zum Maximum intensiviert wurde und so meine Lebensräume geschrumpft sind. In Deutschland bin ich deshalb zum Vogel des Jahres 2026 gekürt worden, um für mehr Schutzmaßnahmen zu sensibilisieren. Und hilft man mir, dann profitieren noch eine ganze Reihe weiterer bedrohter Arten. Du willst mich auch mal treffen? Chancen dazu hast du, wenn du mit dem St. Martins Ranger:innen mit auf „Birdwatching im Winter“ kommst. Als Vorbereitung gibt’s diesen Newsletter zu lesen.

Dein Rebhuhn

Headerbild: Kostikidis Georgios, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Artikelbild: Kostikidis Georgios, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

  • Name: Rebhuhn
  • Wissenschaftlicher Name: Perdix perdix
  • Familie: Phasianidae (Fasanartige)
  • Ordnung: Galliformes (Hühnervögel)
  • Größe: 30 cm
  • Altersrekord: 6 Jahre
  • Gewicht: 300-450 g
  • Gelegegröße: 10-20 Eier
  • Brutdauer: 25 Tage

Bildnachweis: Frank Vassen from Brussels, Belgium, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Das Rebhuhn ist ein kleiner rundlicher Hühnervogel, der farblich gut an die Brauntöne des Bodens angepasst ist. Das Gefieder an den Seiten des Rebhuhnes ist rotbraun bis braun, Brust und Bauch sind hellgrau, und der Kopf ist orangebraun. An der Unterbrust befindet sich ein kleiner, dunkelbrauner Fleck in der Form eines Hufeisens, der beim kontrastreicheren Männchen stärker ausgeprägt ist.

Der Gesang des Männchens ist im Frühjahr zu hören und entspricht einem kratzigen „kirreck“.

Es gibt die Theorie, dass sich der Name Rebhuhn (mhd. (rephuon) lautmalerisch von der Stimme, die als „Repp“ gedeutet wird, ableitet. Das deutsche etymologische Wörterbuch allerdings leitet den Namen von einem nicht verwendeten Eigenschaftswort für „rotbraun“ bzw. „scheckig“ her. Den Vogel mit der Weinrebe in Verbindung zu bringen, ist erst in jüngerer Zeit geschehen.

Oftmals wird das Rebhuhn als Weibchen des Fasans bezeichnet. Das ist allerdings falsch! Rebhuhn und Fasan sind zwei verschiedene Arten. Somit gibt es sowohl einen Fasanhahn und eine Fasanhenne, als auch einen Rebhahn und eine Rebhenne. Das Fasanweibchen hat einen langen Schwanz und ist generell größer. Die Färbung ist ähnlich dem eines weiblichen Rebhuhns, allerdings fehlen die hellgrauen Töne im Gefieder beim Fasan. Die Wachtel ist deutlich kleiner als Rebhuhn und lebt sehr versteckt in der Vegetation. Die Färbung ist ähnlich dem eines weiblichen Rebhuhns, allerdings fehlen die hellgrauen Töne im Gefieder bei der Wachtel. Außerdem sind Wachteln Zugvögel, kommen also im Winter nicht bei uns vor.

Bildnachweis: Muséum de Toulouse, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Als Standvogel beginnt die Balzzeit des Rebhuhns schon früh im Spätwinter. Das Nest wird gut versteckt am Rand von Feldrainen zwischen Vegetation angelegt. Das Weibchen brütet dann auf 10-20 Eiern, ausnahmsweise sogar auf 29. Diese Strategie der großen Gelegegröße, hilft dabei die hohe Verlustrate der Gelege zu kompensieren. Sobald die Jungen schlüpfen, verlassen sie als Nestflüchter bald das Nest und folgen den Eltern, die sie zu nahrungsreichen Stellen führen. Dort müssen die Jungen allerdings selbst ihre Nahrung finden, die vor allem aus eiweißreichen Insekten besteht, die Eltern sind lediglich als Aufpasser:innen dabei.

Nach fünf Wochen sind die Jungen selbstständig, der Familienverband bleibt aber meist bis in den Winter bestehen. Im kalten Wintern sammeln sich mehrere Rebhuhn-Familien in Gruppen zusammen. Da diese dann oft hintereinander hergehen, um sich vor dem kalten Wind zu schützen, wird auch von „Ketten“ gesprochen. Im Spätwinter lösen sich die Ketten auf und es kommt oft vor, dass dieselben Rebhuhn Paare sich wieder finden und in die Brutzeit starten.

Die Ernährung des Rebhuhns ist überwiegend vegetarisch. Mit Vorliebe werden Grasspitzen, Wildkräutersamen und Getreide gezupft. Kleine Steinchen helfen bei der Verdauung der faserreichen Nahrung, da sie wie Mühlsteine im Magen mahlen. Doch gerade die Küken brauchen mehr Proteine. In den ersten Lebenswochen werden Insekten, Spinnen und andere Kleintiere bevorzugt.

Das Rebhuhn kommt in einem breiten Gürtel von Kasachstan bis nach Westeuropa vor. Die südliche Verbreitungsgrenze läuft durch Nord-Spanien und Mittel-Italien; im Norden gelangt es bis nach Oulu in Finnland. In Nordamerika wurde das Rebhuhn ab den 1790er Jahren für Jagdzwecke ausgesetzt und besiedelt dort nun ein großes Gebiet in Südkanada und dem Norden der USA. In Österreich kommt das Rebhuhn flächendeckend nördlich der Alpen vor und sehr selten in der Steiermark und in Kärnten. Der Seewinkel ist ein Gebiet, in dem das Rebhuhn noch relativ häufig ist

Der weltweite Bestand wird auf 3,3 – 5,3 Mio. Individuen geschätzt, wobei 70 % in Europa vorkommen. Die auf ausgesetzte Vögel zurückgehende nordamerikanische Population wird auf 0,8 Mio. geschätzt. In Österreich leben etwa 5-10 tausend Paare. Zwar wird das Rebhuhn weltweit noch als ungefährdet eingestuft, in weiten Teilen des Verbreitungsgebiets nimmt der Bestand allerdings stark ab.

In Österreich z.B. zeigen Daten des Brutvogelmonitorings von BirdLife einen Bestandsrückgang von 71 % seit 1998, wobei der Bestand der letzten fünf Jahr konstant blieb. Daher ist das Rebhuhn in Österreich auf der Roten Liste und auch auf der „Liste der Vögel mit prioritärem Schutzbedarf“ zu finden.

Der Grund für den starken Bestandsrückgang ist die Intensivierung der Landwirtschaft. Vor allem der Verlust von Ackerraine und Feldhecken als Deckungsstrukturen und der massive Einsatz von Pestiziden machen den Rebhühnern das Leben schwer. Schutzmaßnahmen für das Rebhuhn wie der Erhalt von Feldrainen und das Anlegen von Ackerbrachen fördern nicht nur viele weitere bedrohte Vogelarten, sondern auch die gesamte Artenvielfalt, damit ist das Rebhuhn eine Leitart für eine vielfältige und strukturreiche Agrarlandschaft.

Trotz der starken Bestandsrückgänge dürfen Rebhühner noch immer legal bejagt werden. Im Jagdjahr 2024/2025 wurden in Österreich 2500 Rebhühner von Jäger:innen erschossen. In manchen Revieren werden nachgezüchtete Rebhühner freigelassen, aber solange der Lebensraum sich nicht verbessert, haben diese nur schlechte Überlebenschancen.

Der wissenschaftliche Name des Rebhuhns, Perdix perdix, geht nach einer Deutungsvariante auf die griechische Mythologie zurück – genauer gesagt auf Perdix, den Neffen von Dädalus. Dädalus war ein berühmter Erfinder und Architekt in Athen, er nahm seinen Neffen Perdix als Schüler auf. Doch der Junge war außergewöhnlich begabt und erfand selbst neue Werkzeuge wie die Säge und den Zirkel. Die Menschen bewunderten ihn - und Dädalus wurde neidisch. Aus Angst, übertroffen zu werden, stieß Dädalus Perdix von der Akropolis. Doch die Göttin der Weisheit Athene (die übrigens dem Steinkauz seinen Gattungsnamen gab) rettete den Jungen, indem sie ihn in ein Rebhuhn verwandelte. Seitdem fliegt das Rebhuhn nur niedrig über dem Boden, da es sonst Angst hat, wieder von hoch oben runtergestoßen zu werden.

Bei der öffentlichen Wahl zum "Vogel des Jahres" in Deutschland hat das Rebhuhn mit 44,5 Prozent deutlich gewonnen. Damit soll auf die Bestandseinbrüche vieler Vogelarten in der Acker- und Wiesenlandschaft hingewiesen werden. In Österreich ist dieses Jahr der Kiebitz der Vogel des Jahres.

Bildnachweis: Vadimure, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Safaris: Bei Safaris in das Gebiet der Neubruchlacke wird man immer wieder mit schönen Beobachtungen des Rebhuhns belohnt. Gerade beim „Birdwatching im Winter“ gibt es den Vorteil, dass die schüttere Wintervegetation weniger Versteckmöglichkeiten bietet und so Beobachtungen leichter und länger gelingen. Möchte man selbst nach dem Rebhuhn suchen, dann bieten laue, windstille Abende im Frühjahr in strukturreichen Ackergebieten die beste Chance das typische Rufen der Rebhühner zu hören. Für gute Beobachtungen braucht es Glück und Geduld; meist fallen Rebhühner erst durch ihr Flügelgeräusch auf, wenn sie nach dem Aufscheuchen knapp über dem Boden fliegen.

St. Martins Therme & Lodge: Am Gelände der St. Martins Therme und Lodge sind manchmal Rebhühner zu hören. Mit Glück sind auf der Wiese hinter dem Lodge Parkplatz Rebhühner zu entdecken, meist halten sich diese aber gut versteckt.

Interaktive Inhalte

Testen Sie Ihr Wissen!

Entdecken Sie jeden Monat eine neue Art und gewinnen Sie mit etwas Glück einen Seewinkel-Safari-Gutschein für zwei Personen.

Viel Glück bei der Teilnahme und Entdeckergrüße,
Ihr Naturerlebnis-Team der St. Martins Therme & Lodge

Teilnahmebedingungen:
Das aktuelle Gewinnspiel läuft bis 28. Februar 2026. Die Ermittlung des Gewinners für einen Safari-Gutschein für zwei Personen erfolgt unter allen Teilnehmern mit der richtigen Antwort unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Der/die Gewinner/in wird per E-Mail verständigt. Die Barablöse des Gewinns und der Rechtsweg sind ausgeschlossen.

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