Kranich
Der Spur folgen

Kranich

Liebe Entdeckerin, lieber Entdecker,

ich bin es, der Kranich. Vielleicht haben Sie mich schon einmal gesehen. Vielleicht aber auch nicht, denn ich bin zumeist nur am herbstlichen Durchzug im Seewinkel zu bewundern. Ich bin ein imposanter, langbeiniger und langhalsiger Vogel, der sowohl tierische als auch pflanzliche Nahrung aufnimmt.

Ich brüte in Mitteleuropa ausgesprochen selten bzw. nur in kleinen Zahlen, hauptsächlich in Nordosteuropa und Russland. Deshalb bin hier zu Lande in den meisten Fällen nur zu den Zugzeiten zuverlässig zu beobachten. In Österreich ist der Seewinkel für mich das mit Abstand wichtigste Durchzugs- und Rastgebiet und so sind die Chancen, mich auf einer Safari im Herbst zu erspähen besonders groß. Man entdeckt mich oft auf großen Offenflächen (Wiesen- u. Ackerflächen) Nahrung suchend oder lautstark überfliegend.

So, jetzt aber genug geredet! Das St. Martins Outdoor-Team hat viel Wissenswertes rund um mich in kompakter Form aufbereitet. Viel Spaß beim Lesen!
Bis bald!

Dein Kranich

Headerbild: Andreas Weith, via Wikimedia Commons
Artikelbild: Andreas Trepte

  • Flügelspannweite: 180-220 cm
  • Gewicht: ca. 3,5-6,5 kg
  • Nest: Bodennest
  • Eier: 2 Eier
  • Brutzeit: März bis Juni
  • Alter: bis zu 27 Jahre

Artikelbild: Bautsch, via Wikimedia Commons

Der Kranich ist ein etwa storchengroßer, überwiegend grau wirkender, langbeiniger, langhalsiger Vogel. Ein auffallendes Merkmal ist die schwarz-weiße Kopf- und Halszeichnung sowie bei adulten Individuen die rote Kopfplatte. Der kräftige, keilförmige Schnabel ist über zehn Zentimeter lang.

Auch die ausgeprägte Federschleppe ist charakteristisch für diese Art bei Altvögeln. Jungvögel sind insgesamt etwas bräunlicher gefärbt mit einem rötlich sandfarbenen Kopf ohne auffällige schwarz-weiße Zeichnung, Federschleppe ist noch keine ausgeprägt.

Kraniche zeigen ein sehr beeindruckendes Balzritual – den sogenannten Kranichtanz. Dabei springen Männchen und Weibchen mit ausgebreiteten Flügeln laufend umher und lassen ihr lautes Trompeten hören. Die Eiablage findet meistens im März oder April statt und es wird nur einmal pro Jahr gebrütet. Kraniche leben im Normalfall lebenslang monogam, jedoch kommt es nicht unregelmäßig auch zu Partnerwechsel.

Das Nest wird am Boden in feuchtem/sumpfigen Gelände angelegt. Das Nest kann einen Durchmesser von über einem Meter haben, die Plattform liegt meist 10 bis 20 cm über der Wasseroberfläche und beinhaltet in der Regel zwei Eier. Die Brutdauer beträgt zwischen 28 und 30 Tagen. Die Jungen sind Nestflüchter und nach 65-70 Tagen flügge.

Im Sommerhalbjahr überwiegt in der Regel tierische Kost wie Kleinsäuger, Reptilien, Amphibien, Würmer und Insekten. Im Winterhalbjahr hingegen ernähren sich Kraniche überwiegend pflanzlich von verschiedenen Saatguten (Mais, Gerste, Weizen, etc.).

Der typische, laute, trompetenartige Ruf des Kranichs brachte ihm den lautmalerischen wissenschaftlichen Namen „Grus grus“ ein. Kraniche gelten als äußerst ruffreudig und zumeist wird man bevor man sie visuell erspäht durch die Rufe auf überfliegende Kraniche aufmerksam.

Bildnachweis: Gllawm, via Wikimedia Commons

Die wichtigsten Brutgebiete des Kranichs liegen in Nordosteuropa und dem Norden Asiens. In Mitteleuropa ist die Art in Polen, der Tschechischen Republik, in Deutschland und seit kurzem auch wieder mit einem winzigen Bestand in Österreich Brutvogel. Auch in Mitteleuropa war die Art einst als Brutvogel verbreitet, ist hier aber ab Ende des 19. Jahrhunderts aufgrund von Lebensraumzerstörung – hauptsächlich Kultivierung/Trockenlegung von Feuchtgebieten - aus vielen Gebieten als Brutvogel verschwunden.

In Österreich zählt der Kranich aktuell zu den seltensten Brutvögeln und ist akut vom Aussterben bedroht. Einzelne Brutpaare gibt es in Österreich aktuell nur im nördlichen Waldviertel. Die bedeutendsten Überwinterungsgebiete der Kraniche befinden sich in Südwesteuropa, Nordafrika und dem Nahen Osten. Ein nicht unerheblicher Teil überwintert mittlerweile aber auch in Mitteleuropa z. B. in Deutschland.

Der weltweite Gesamtbestand des Kranichs ist derzeit nicht gefährdet und die europäische Kranichpopulation ist derzeit im Zunehmen begriffen. In Zentraleuropa ist er allerdings als Brutvogel ausgesprochen selten anzutreffen, Hauptgründe dafür sind die großräumige Trockenlegung von Feuchtgebieten. Österreich wurde in den letzten Jahren von aktuell weniger als 5 Brutpaaren wiederbesiedelt.

Bildnachweis: Gllawm via Wikimedia Commons

Wann und Wo?
Im Seewinkel bieten sich die besten Beobachtungsbedingungen im Herbst, wenn Kraniche im Seewinkel durchziehen und rasten.
Bei großen Acker- oder Wiesenflächen lohnt es sich im Oktober und November immer genau hinzusehen und nach nahrungssuchenden Kranich-Trupps Ausschau zu halten. Auch der eine oder andere Blick in den freien Luftraum kann sich lohnen um dabei überfliegende Kraniche zu entdecken, wobei diese aufgrund ihrer Ruffreudigkeit kaum unbemerkt bleiben.

Safari
Die besten Chancen Kraniche zu beobachten hat man bei einer herbstlichen Kranich-Tour oder einer Birdwatching-Safari im Oktober und November. Neben Kranichen wird euch einer unserer fachkundigen St. Martins Ranger noch weitere Vogelarten, welche sich im Herbst gut beobachten lassen, zeigen. Denn nicht nur für die Kraniche stellt der Seewinkel ein ideales Durchzugs- bzw. Rastgebiet dar.

Testen Sie Ihr Wissen!

Entdecken Sie jeden Monat eine neue Art und gewinnen Sie mit etwas Glück einen Seewinkel-Safari-Gutschein für zwei Personen.

Viel Glück bei der Teilnahme und Entdeckergrüße,
Ihr Naturerlebnis-Team der St. Martins Therme & Lodge

Teilnahmebedingungen:
Das aktuelle Gewinnspiel läuft bis 31. Oktober 2026. Die Ermittlung des Gewinners für einen Safari-Gutschein für zwei Personen erfolgt unter allen Teilnehmern mit der richtigen Antwort unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Der/die Gewinner/in wird per E-Mail verständigt. Die Barablöse des Gewinns und der Rechtsweg sind ausgeschlossen.

Zu welcher Jahreszeit kann man Kraniche normalerweise nicht im Seewinkel beobachten?*
Wie viele Brutpaare umfasst die österreichische Brutpopulation des Kranichs?*
Wo befinden sich das Nest des Kranichs?*
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