Mauswiesel
Der Spur folgen

Das Mauswiesel

Liebe Entdeckerin, lieber Entdecker,

mit meinem schlanken Körper und dem braun-weißen Fell bin ich blitzschnell in Wiesen, Feldern und entlang von Hecken unterwegs. Meist zeig ich mich nur einen kurzen Augenblick, bevor ich schon wieder im nächsten Versteck verschwinde.

Zu Hause bin ich in offenen, abwechslungsreichen Landschaften mit ausreichend Deckung und Rückzugsorten. Diese Lebensräume sind nicht nur für mich, sondern auch für viele andere Tierarten von großer Bedeutung.

Headerbild: Daniel Seth Jackson, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons
Artikelbild: big-ashb, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Größe und Gewicht sind sehr variabel und zeigen einen deutlichen Geschlechtsdimorphismus, das bedeutet, dass Männchen und Weibchen unterschiedlich sind. Beim Mauswiesel betrifft das die Größe, Männchen sind größer und schwerer als Weibchen.

  • Kopf-Rumpf-Länge: 11-26 cm
  • Gewicht: 25-250 g
  • Winterschlaf: nein
  • Junge pro Wurf: 2-10 (mehrere Würfe pro Jahr)
  • Paarungszeit: Höhepunkt Frühling und Sommer, aber fast ganzjährig möglich
  • Lebenserwartung: 1-3 Jahre, in Gefangenschaft bis 10 Jahre

Bildnachweis: Ульяна Лалак, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Das Mauswiesel ist der kleinste Vertreter der Marderartigen. Der Körper ist sehr schlank und langgestreckt mit einer braunen Oberseite und weißem Bauch. Die Beine sind kurz mit braunen Pfoten. Nur wenige Populationen, vor allem weiter im Norden oder alpin gelegene, färben sich ähnlich dem verwandten Hermelin weiß.

Mauswiesel können leicht mit dem Hermelin verwechselt werden. Das Mauswiesel ist jedoch generell kleiner, bzw. nur etwa halb so groß wie das Hermelin. Die Trennlinie zwischen dem braunen Rücken und dem hellen Bauch ist eher gezackt und nicht scharf abgegrenzt. Die Pfoten sind braun. Jene Tiere, die sich im Winter weiß färben, haben niemals eine schwarze Schanzspitze. Typisch für das Mauswiesel ist oft auch ein brauner Fleck im Mundwinkel.

Bildnachweis: gwynmwilliams, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Mauswiesel sind überwiegend tagaktiv und gehen vor allem in der Dämmerung und am späten Nachmittag auf die Jagd. Sie leben als Einzelgänger in fixen Revieren, deren Größe stark, je nach Nahrungsangebot, variieren kann. Die Grenzen der Reviere werden mit Duftmarken gekennzeichnet und aggressiv verteidigt. Mauswiesel sind sehr flinke und neugierige Jäger, können sehr gut klettern und sogar schwimmen. Sie erkunden ständig ihre Umgebung. Bei der Jagd dringen sie auch in unterirdische Baue und Gänge ihrer Beutetiere ein, was sie zu höchst erfolgreichen Jägern macht.

Mauswiesel kommen in ganz Europa (außer Irland, Island und den arktischen Inseln), in weiten Teilen Asiens und Nordafrikas vor. In Nordamerika findet man sie in Alaska, Kanada und den nördlichen USA. In Neuseeland wurde die Art eingeführt. Dort gilt sie als invasiv und bedroht vor allem die Populationen von bodenbrütenden Vögeln wie Kiwis oder Pinguinen.

Sie bevorzugen reich strukturierte Brachen, Feld- und Wiesenlandschaften, Weiden und Waldränder. Auch in extensiven landwirtschaftlichen Flächen und in Nähe menschlicher Siedlungen können sie sehr häufig werden. Mauswiesel sind extrem anpassungsfähig. Für die Jagd oder zum Schutz nutzen sie Felsspalten, hohle Baumstämme oder Steinhaufen genauso wie die Baue von Nagetieren und Maulwürfen. Nester werden oft in verlassenen Bauen von Wühlmäusen angelegt, die dann mit Laub und Haaren gepolstert werden. Wüsten, tiefe Wälder und Gebirge über 3000 m meiden die Tiere.

Mauswiesel sind effiziente Jäger und reine Fleischfresser deren Nahrung vor allem aus Mäusen besteht. Das macht sie zu ausgesprochenen Nahrungsspezialisten. Ihr schlanker Körperbau befähigt die flinken Jäger, in die unterirdischen Gänge von Mäusen einzudringen. Bei Bedarf ergänzen sie ihren Speiseplan mit Vögeln, Eidechsen, Insekten oder Würmern und sogar jungen Kaninchen. Ist das Nahrungsangebot ausreichend groß, legen sie Vorratslager an und fressen diese über den Tag verteilt in mehreren kleineren Portionen. Da Mauswiesel einen vergleichsweise hohen Grundumsatz haben, müssen sie täglich etwa ein Drittel ihres Körpergewichts fressen, was ungefähr 5 Mäusen entspricht.

Aufgrund ihrer Spezialisierung auf Mäuse sind Mauswiesel an Lebensräume mit einer Mindest-Mäusedichte gebunden. Sie reagieren stark auf Wühlmausgradationen und machen die Bestandsschwankungen mit. In mäusereichen Jahren gibt es auch viel mehr Mauswiesel, Bestandtiefs werden meist durch mehrere Würfe jährlich ausgeglichen.

Natürliche Feinde der Mauswiesel sind Greifvögel, Eulen, Füchse und sogar das Hermelin.

Die Paarungszeit der Mauswiesel beginnt zeitig im Frühjahr und zieht sich bis in den Spätsommer. Bei ausreichendem Nahrungsangebot pflanzen die Tiere sich jedoch das ganze Jahr über fort und ein Weibchen kann dann 2 Würfe im Jahr zur Welt bringen.

Etwa 5 Wochen nach der Paarung kommen in einem unterirdischen Nest, oft in alten Mäusebauen angelegt, 2-10 Junge zur Welt. Die Jungtiere werden nackt, blind und zahnlos geboren. Nach 2 Wochen nehmen sie zum ersten Mal Fleischnahrung zu sich und nach ca. zwei Monaten beginnen sie selbst zu jagen. Die Aufzucht der Jungen unterliegt ausschließlich dem Weibchen. In dieser Zeit muss sie besonders viel Beute machen. Ein Wurf auf 7 Jungen zum Beispiel benötigt 15 Mäuse pro Tag.

Nach 4-5 Monaten sind die Jungen geschlechtsreif und die Mutter wieder deckungsbereit. Frühgeborene junge Weibchen aus dem ersten Wurf können dann selbst schon gedeckt werden.

Da sich Mauswiesel vor allem von Tieren ernähren, die Menschen als Schädlinge betrachten, begegnet man ihnen meist wohlwollend. Mauswiesel werden als nicht gefährdet eingestuft (ausgenommen ist die Schweiz, wo das Mauswiesel auf die „Rote Liste der gefährdeten Tierarten“ gesetzt wurde), sind in vielen Regionen aber trotzdem ganzjährig geschont. Nur im Burgenland, Niederösterreich und in Wien sind sie ganzjährig jagdbar, in der Steiermark gelten sie zwar als jagdbares Wild, haben aber von Februar bis Juni Schonzeit.

In reich strukturierten Lebensräumen mit genügend Nahrungsangebot bleiben die Populationen von Mauswiesel stabil. Der Verlust naturnaher Strukturen, Intensivierung der Landwirtschaft, Straßenverkehr und auch Hauskatzen führen jedoch zu stetig abnehmenden Zahlen.

Die lange Verbundenheit des Menschen zu Mauswieseln wird auch in den verschiedensten Mythen deutlich, die sich um diese Tiere ranken. So galt das Fauchen eines Mauswiesels in England als deutliches Anzeichen dafür, dass diese Person eine Hexe ist. Oder das Mauswiesel selbst wurde als verwandelte Hexe betrachtet, weshalb es großes Unglück gebracht hätte dieses Tier zu töten.

Bildnachweis: Stormbringer76, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Mauswiesel sind zwar tagaktiv, trotzdem gelingen Beobachtungen nur sehr selten. Gelingt es aufmerksamen Beobachtern das kleine flinke Tier zu entdecken, ist es meist im nächsten Moment schon wieder verschwunden.

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