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Echte Pfauen mit ihrem prächtigen Gefieder kennt man ja meist aus dem Tierpark oder Schlosspark, aber bei uns im Seewinkel gibt es ein fliegendes Gegenstück im Kleinformat:
Und zwar ist die Rede vom sogenannten Tagpfauenauge! Dieser Schmetterling besitzt nämlich ein ganz charakteristisches Merkmal, welches man von den Pfauenfedern kennt, aber Achtung – bei zusammengeklappten Flügeln besteht Verwechslungsgefahr mit einem welken Blatt.
Nun will ich Euch aber nicht länger aufhalten. Lest einfach mehr Wissenswertes über mich und meine Artgenossen auf den folgenden Seiten.
Bis bald!
Dein Tagpfauenauge
Headerbild: Korall, via Wikimedia Commons
Artikelbild: Quartl, via Wikimedia Commons
Artikelbild: Quartl, via Wikimedia Commons
Das Tagpfauenauge hat auf der Oberseite der rotbraun gefärbten Flügel vier unverkennbare, bunt schillernde Augenflecken (blau, schwarz, gelb und weiß), die an die Augenflecken einer Pfauenfeder erinnern und Fressfeinde abschrecken sollen.
Die Unterseiten der Flügel sind dagegen dunkelbraun bis schwarzbraun marmoriert und strukturiert. Wenn der Falter die Flügel zusammenklappt, sieht er aus wie ein trockenes, welkes Blatt und ist perfekt getarnt. Die Raupen sind schwarz gefärbt, mit zahlreichen kleinen weißen Punkten bedeckt und tragen schwarze Dornen.
Artikelbild: Quartl, via Wikimedia Commons
Mit geöffneten Flügeln ist das Tagpfauenauge aufgrund seiner markanten Augenflecken fast unverwechselbar. Verwechslungsgefahr bei geschlossenen Flügeln besteht jedoch auf den ersten Blick mit anderen unterseits dunkel gefärbten Edelfaltern wie dem Kleinen Fuchs (Aglais urticae) oder dem C-Falter (Polygonia c-album), deren Flügelunterseiten ebenfalls eine blattähnliche Tarnfärbung aufweisen.
Die ausgewachsenen Falter ernähren sich vom Nektar zahlreicher Pflanzen (wie verschiedenen Klee-Arten, Disteln oder Weidenkätzchen im zeitigen Frühjahr, bzw. im Garten auch von Sommerflieder) sowie im Herbst von Fallobst und sonstigen austretenden Pflanzensäften.
Die Raupen hingegen sind sehr spezialisiert und ernähren sich fast ausschließlich von den Blättern der Großen Brennnessel (Urtica dioica).
Um Schmetterlinge zu fördern, ist es wichtig, nicht nur nektarreiche Blüten für die Falter selbst anzubieten, sondern auch die Futterpflanzen der Raupen zu erhalten. Brennnesseln im Garten helfen dabei, dass sich Schmetterlinge wie das Tagpfauenauge vermehren können. Die Brennnessel dient übrigens nicht nur den Raupen des Tagpfauenauges als Nahrung. Auch die Raupen vom Kleinen Fuchs, Admiral und Landkärtchen ernähren sich davon.
Artikelbild: Quartl, via Wikimedia Commons
Nach der Überwinterung paaren sich die Falter im Frühjahr. Das Weibchen legt bis zu mehreren hundert Eiern in dicht gepackten Gelegen an der Unterseite von sonnig stehenden Brennnesselblättern ab. Die geschlüpften Raupen leben zunächst gesellig in einem gemeinsam gewebten Gespinst. Nach der Entwicklungs- und Fressphase verpuppen sie sich als Stürzpuppe an Pflanzenstängeln oder Mauern. Nach etwa zwei Wochen Puppenruhe schlüpft der fertige Schmetterling.
Tagpfauenaugen bilden pro Jahr 2 Generationen aus. Die erste fliegt von Juni bis August, und die zweite von August bis Oktober. Die zweite Generation überwintert dann als erwachsenes Tier.
Anders als viele andere Insekten überwintert das Tagpfauenauge nicht als Ei, Raupe oder Puppe, sondern als ausgewachsener Schmetterling (Imago). Dazu sucht es sich bereits im Spätsommer kühle, feuchte und geschützte Quartiere wie Baumhöhlen, Felsspalten, Erdlöcher, Höhlen oder vom Menschen geschaffene Orte wie ungeheizte Keller, Dachböden, Gartenhütten oder Schuppen.
Während des Winters verfällt der Falter in eine Kältestarre, fährt seinen Stoffwechsel extrem herunter und nutzt körpereigene Frostschutzmittel (wie Glycerin), um Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt schadlos zu überstehen. Werden geheizte Räume im Winter zu warm, wachen die Falter vorzeitig auf und verbrauchen wertvolle Energie – in solch einem Fall sollte man sie vorsichtig an einen kühlen, geschützten Ort umsiedeln.
Das Tagpfauenauge ist in fast ganz Europa (mit Ausnahme des äußersten Nordens) sowie über Teile Asiens bis nach Japan weit verbreitet.
Es besiedelt eine Vielzahl an Lebensräumen: von naturnahen Gärten, Parkanlagen und Streuobstwiesen bis hin zu Waldrändern und Feldgehölzen. Im Seewinkel findet man das Tagpfauenauge überall dort, wo naturnahe Strukturen, blütenreiche Flächen und ausreichend Brennnesselbestände als Raupenfutterpflanzen vorhanden sind.
Das Tagpfauenauge gilt in Mitteleuropa derzeit als ungefährdet und zählt zu den häufigsten und bekanntesten heimischen Tagfaltern. Die Art profitiert aber natürlich auch von pestizidfreien Gärten und von wilden Ecken im Garten, wo die Brennnesseln auch über den Winter stehen bleiben können.
Artikelbild: Quartl, via Wikimedia Commons
Tagpfauenaugen sind grundsätzlich in ganz Österreich zu beobachten. Da sie als erwachsener Schmetterling überwintern, sind sie auch bei Safaris auch schon im Vorfrühling zu beobachten.
Aber auch im Spätherbst sind sie immer wieder zu sehen und ernähren sich gerne auch vom Saft abgefallener Trauben und anderer Früchte.
Der Herbst ist jene Zeit, wo nicht nur Insekten sich mehr oder weniger auf die Winterzeit einstellen müssen. Viele Organismen bereiten sich in dieser Jahreszeit aktiv auf den Winter vor in dem sie vermehrt Nahrung aufnehmen, Vorräte sammeln oder Plätze für Winterschlaf einrichten. Mehr über das herbstliche Geschehen in der Tier- und Pflanzenwelt erfahren sie bei der „Genuss-Safari“, die sich speziell mit den unterschiedlichen Strategien der Überwinterung befasst. Sie erhalten im Rahmen der Genuss-Safari aber nicht nur Informationen zu dem aktuellen Geschehen in der Natur sondern vor allem auch darüber, wie sich die Tier- und Pflanzenwelt auf den Winder vorbereitet. Zudem rundet ein Picknick regionalen Schmankerln die Safari ab.
Raupe des Tagpfauenauges verpuppt sich
Tagpfauenauge schlüpft aus Puppe
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