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ein altes arabisches Sprichwort sagt:“ Folge einer Ziege und sie führt dich in den Abgrund – folge einem Esel und er führt dich sicher nach Hause!“
Ja so sind wir Esel, ruhig, aufmerksam und wir überlegen lieber, bevor wir handeln. Viele nennen es stur, aber wir nennen es Vernunft. Wir prüfen erst eine Situation, bevor wir uns drauf einlassen. Aber wer es schafft unser Vertrauen zu gewinnen, bekommt einen treuen, zuverlässigen Begleiter. Und so begleiten wir schon lange euch Menschen.
Mehr über uns und über unseren jüngsten Nachwuchs, die kleine Eselstute „Maria Theresia“ findet Ihr in diesem Newsletter.
Dein Barockesel
Alle Hausesel stammen nach heutigem Wissen vom Afrikanischen Wildesel ab. Die Domestizierung durch den Menschen begann vor vermutlich mehr als 6.000 Jahren in Ägypten.
Je nach Art erreichen Esel eine Schulterhöhe (Stockmaß) von 80 bis 160 cm. Barockesel sind mittelgroße Esel mit einem Stockmaß von etwa 120 cm.
Die Lebenserwartung von Eseln beträgt 30-40 Jahre.
Weiße Barockesel wurden lange Zeit als Albinos bezeichnet, was sich aber als falsch herausgestellt hat. Echter Albinismus äußert sich durch das gänzliche Fehlen von Farbpigmenten sowohl im Fell, als auch in den Augen. Folglich ist das Fell reinweiß und die Augen rot, da die Blutgefäße nicht von den Farbpigmenten überdeckt sind.
Weiße Barockesel haben hingegen ein weißlich-hellgelbes Fell und blaue Augen. Die Haut und die Hufe sind wenig pigmentiert und aus diesem Grund rosafarben. Die gelbliche Farbe des Fells, die bei Fohlen wesentlich stärker ausgeprägt ist, hat den Fohlen auch den Namen „Gelblinge“ eingebracht. Die Fellfarbe der Barockesel wurde lange fälschlicherweise auch als „Cremello“ bezeichnet. Ein deutsches Forscherteam hat aber vor kurzem herausgefunden, dass in einem bestimmten Abschnitt eines Gens, dass für Farbgebung verantwortlich ist, eine Mutation vorliegt, die unter allen untersuchten Eselrassen nur beim Barockesel vorkommt. Es handelt sich dabei um die exakt gleiche Genmutation, die auch bei weißen Tigern für die helle Farbe des Fells und die blauen Augen verantwortlich ist.
Der Erbgang der Mutation ist autosomal rezessiv, das bedeutet die helle Farbe wird nicht dominant vererbt, sondern bleibt nur bei der Verpaarung von zwei Barockeseln erhalten.
Beim weißen Barockesel handelt sich um eine mittelgroße Eselrasse, meistens mit Stehmähne und kurzer Haarlänge. Seltener kommen Hängemähnen und lange Haare vor.
Ihrer ursprünglichen Heimat, den Wüsten und Gebirgen Nordafrikas verdanken Esel ihre langen Ohren, die um einiges Länger sind als beim Pferd. Sie dienen einerseits der Thermoregulation. Genau wie beim Elefanten kühlen sie durch ihre Größe und Dünnhäutigkeit schneller ab und schützen so den Esel vor Überhitzung. Andererseits haben Esel auch ein sehr empfindliches Gehör und können ihre Ohren unabhängig voneinander um 180 Grad nach vorne und hinten verdrehen und so die Ursache von Geräuschen genau lokalisieren.
Bei den Menschen haben diese großen Ohren ihnen aber den schlechten Ruf von „dummen Tieren“ eingebracht, obwohl genau das Gegenteil der Fall ist.
Ursprünglich wurde der Weiße Barockesel vorwiegend im ungarischen Karpatenbecken und in Österreich gehalten. Die Haltung war aber größtenteils dem hohen Adel vorbehalten. Mit dem Zusammenbruch der Monarchie schwanden auch die Esel. Heute gibt es nur noch wenige, deren Haltung sich ebenfalls hauptsächlich auf ihren historischen Raum beschränkt. Die zwei größten Zuchtgruppen befinden sich in der Bewahrungszone Sandeck-Neudegg des Nationalparks Neusiedler See – Seewinkel (Burgenland) und in Schloss Hof (Niederösterreich). Einige Wenige sind in Deutschland, Italien, der Schweiz, Frankreich und in Spanien noch in Zoos und Privathaltung zu finden.
Esel sind soziale Tiere, die sich nur im Herdenverband sicher fühlen. Je nach Nahrungs- und Wasserangebot des Lebensraumes leben Wildesel in Verbänden, die etwa 10 Stuten und ihre Fohlen umfassen, zusammen. Bei sehr guten Umweltbedingungen können in locker strukturierte Gruppen aber auch bis zu 50 Tiere zusammenkommen. Auch junge Hengste sind bis zum Erreichen der geschlechtsreife, die mit 2-2,5 Jahren eintritt, in Gruppen unterwegs. Erwachsene Hengste verhalten sich streng territorial. Sie verteidigen ihr Revier, das bis zu 15km2 groß sein kann. Stutengruppen in einem Revier werden vom Hengst beansprucht. Dabei kann es auch zu heftigen Kämpfen zwischen Hengsten kommen.
Europäische Hausesel-Rassen stammen vom Afrikanischen Wildesel ab, die in den gebirgigen Wüstenregionen Nordafrikas verbreitet sind. Die Magerwiesen des Seewinkels stellen daher die perfekte Nahrung für den Weißen Barockesel dar. Esel brauchen energiearmes Futter mit hohem Rohfaseranteil. Zu üppige Weiden führen schnell zu Verfettung und Koliken. Das Füttern der Tiere mit Obst, Brot, Kohl, etc. kann für die Tiere tödlich sein.
Der Österreichisch-Ungarische Weiße Barockesel wurde im 17. Und 18. Jhd gezüchtet, daher auch der Name „Barockesel“. In dieser Epoche galten weiße Tiere als „Lichtbringer“ und standen für das Gute. Der weiße Esel war ein Statussymbol. Wer also im Barock etwas auf sich hielt, besaß einen weißen Esel.
Barockesel galten in den 1970er Jahren bereits als „verschollen“. Im Jahr 1986 wurden jedoch einige Exemplare dieser alten Rasse im Tierpark Herberstein wiederentdeckt. 2017 gelang dem Verein zur Erhaltung der Weißen Barockesel die Anerkennung der Rasse durch die offiziellen Behörden. Damit ist der Weiße Barockesel der einzige Rasse-Esel Österreichs.
Der Verein zur Erhaltung des Weißen Barockesel beschäftigt sich heute intensiv mit der Zucht dieser hoch seltenen Haustierrasse! Die St. Martins Therme & Lodge ist Teil des Vereinsvorstandes und auch in der Barockesel-Bewertungskommission vertreten! Folgen Sie gerne @barockesel auf Instagram!
Esel werden oft als stur und dumm bezeichnet. Aber ganz das Gegenteil ist der Fall. Ihre Herkunft aus gebirgigen Wüstenregionen, wo blinde Flucht den Tod bedeuten kann, hat dazu geführt, dass Esel jede Situation selbstständig als gefährlich oder ungefährlich einschätzen. Diese Eigenschaft macht den Esel auch zu einem verlässlichen Gefährten des Menschen. Esel werden daher auch immer mehr als Therapietiere geschätzt. Sie strahlen z.B. eine besondere Ruhe aus, die sich auch auf den Menschen übertragen kann.
Am Greencare zertifizierten Gut ST. Martins der St. Martins Therme & Lodge lebt eine kleine Herde aus derzeit 7 Weißen Barockeseln: 2 Stuten (eine davon hoch trächtig, 1 Fohlen und 4 Wallache. Das Fohlen wurde am 7.6.2026 geboren und hat den fast ehrwürdigen Namen Maria Theresia bekommen. Sie wird liebevoll Maresi gerufen, das passt auch perfekt zu ihrer Fellfarbe. Alle erwachsenen Esel sind auch immer wieder Teil tiergestützter Interventionen (TGI) mit unseren Gästen. TGI beschreibt den geplanten und gezielten Einsatz von Tieren in der Pädagogik und/oder Therapie mit speziell dafür ausgebildeten und artgerecht gehaltenen Tieren.
Zusätzlich helfen die Esel dabei die hutweideartige Steppenlandschaft auf dem Gelände der St. Martins Therme & Lodge zu erhalten.
Tipp: Im Rahmen unserer ST. MARTINS Business Lodge bieten wir hochkompetente tiergestützte Trainings an!
„I-AH statt AI“ – Was Führungskräfte von Eseln lernen können - spielt bewusst mit den Ausdrücken. Das "I-AH", der charakteristische Ruf des Esels, steht gleichzeitig für einen Perspektivenwechsel: weniger künstliche Intelligenz, mehr natürliche Intelligenz.
Dieses Programm verbindet aktuelle Erkenntnisse aus der Persönlichkeitsentwicklung, der modernen Führungsforschung und der tiergestützten Intervention zu einem außergewöhnlichen Lernerlebnis. Für Gruppen von vier – 16 Personen geeignet.
Mehr zu den tiergestützten Programmen der St. Martins Business Lodge:
Maresi auf der Weide
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